Die Altstadt räumt die Mitte frei

Vorschläge zur Fußgängerzone

Dorsten bekommt einen zweiten Kirchplatz. So jedenfalls bezeichnet Peter Carl das Areal um das Franziskanerkloster. Diesen Raum möchte der Landschaftsarchitekt aus Hannover wirkungsvoll zur Geltung bringen, wenn ab Mitte 2018 die komplette Fußgängerzone umgestaltet wird.

Dorsten

, 16.11.2016, 15:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Altstadt räumt die Mitte frei

Der Platz am Kloster soll betont werden.

„Der Orden kann sich das vorstellen“, sagte der Stadtplaner am Dienstagabend vor dem Umwelt- und Planungsausschuss. Das Büro von Peter Carl und Partnerin Irene Lohaus hat vor einigen Monaten den Zuschlag bekommen, die Einkaufsmeile neu zu gestalten.

Drei besondere Orte

Der Platz rund ums Franziskanerkloster ist einer von drei „besonderen Orten“, den die Planer durch eine auffallend andere Pflasterung bis zur gegenüberliegenden Häuserzeile hervorheben möchten. Das gilt auch für den Kirchplatz von St. Agatha und den Marktplatz. Hier ist sie besonders augenfällig, diese „Aufenthaltsatmosphäre“, die es dem Stadtplaner durchaus angetan hat. „Man sucht den Geist des Ortes, schaut auch in Geschichtsbücher“, beschrieb er vor den Dorstener Politikern einen Teil seiner Arbeit in den letzten Monaten.

4,50 Meter breite Flaniermeile

Nicht nur schön anzusehen, sondern auch deutlich aufgeräumter soll die Fußgängerzone werden. Die kreisförmigen Metallbänke und meterhohen Baumscheiben verschwinden, auch einige Bäume werden versetzt – oder verschwinden. Denn der Landschaftsarchitekt möchte „die Mitte freiräumen“. Ein 4,50 Meter breiter Streifen soll die eigentliche Flaniermeile werden. Hindernisse gibt es nach Carls Vorstellung hier nicht, wohl aber einen dunklen Streifen mit geriffeltem Bodenbelag zur Orientierung für Sehbehinderte und Blinde. Denn die Barrierefreiheit ist eine der wichtigsten Vorgaben für die künftige Innenstadt.

„Rechts und links dieses Korridors kann es Bäume, Geschäftsauslagen und Außengastronomie geben.“ Und Bänke natürlich. Ein „Bonbon“ angesichts der jüngsten „Drubbel-Stelen-Diskussion“ hat sich der Landschaftsarchitekt auch überlegt: eine Effektbeleuchtung. Zwei Scheinwerfer, die die Konturen der alten Häuserzeile an der Lippestraße nachzeichnen. 

Eine weitere Bürgerversammlung zur Fußgängerzone ist am 15. Dezember geplant. Ein Beirat aus etwa 25 Planern, Politikern, Kaufleuten und Bürgern soll das Projekt über die nächsten Jahre begleiten.

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