Die Glöckner von St. Laurentius waren im Einsatz

Fotostrecke vom Patronatsfest

„Kopf einziehen und keine Seitensprünge, bitte!“ Die lustig-informative Turmführung von Küster Ludger Große-Heidermann war beliebter Höhepunk beim Patronatsfest, das am Sonntag in und rund um die St. Laurentiuskirche Groß und Klein anlockte.

LEMBECK

, 07.08.2016, 15:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Glöckner von St. Laurentius waren im Einsatz

Jörg Chmielewski wollte auch einmal den "Glöckner von St. Laurentius" spielen.

Nach dem von Pfarrer Alois Cremers gestalteten Gottesdienst mit der Kinderkirche stimmte der Männergesangverein „Am kühlen Morgen“ an, der sich schon bald in einen sonnigen Tag verwandeln sollte. Und so konnte das im Wechsel mit dem Pfarrfest alle zwei Jahre gefeierte Patronatsfest zu Ehren des Heiligen Laurentius bei wunderschönen Sommerwetter rund um die Kirche stattfinden.

Direkter Weg in den Himmel

Während die Besucher „am Boden“ von der KFD mit Waffeln, von der Landjugend mit Grillwürstchen und vom Kolpingverein mit Getränken versorgt wurden, lud Küster Ludger Große-Heidermann dazu ein, der Kirche „aufs Dach“ zu steigen, auf „den schönsten Turm im Bistum Münster, der aus dem 15. Jahrhundert stammt“, schwärmt der Küster.

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So war das Patronatsfest in Lembeck

Die lustig-informative Turmführung von Küster Ludger Große-Heidermann war beliebter Höhepunkt beim Patronatsfest. Aber auch rund um den Turm gab es eine schöne Zeit zu erleben.
07.08.2016
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Frische Waffeln boten die Frauen der kfd St. Laurentius an ihrem Stand auf dem Patronatsfest feil.© Foto: Anke Klapsing-Reich
Jörg Chmielewski wollte auch einmal den "Glöckner von St. Laurentius" spielen.© Foto: Anke Klapsing-Reich
Jörg Chmielewski wollte auch einmal den "Glöckner von St. Laurentius" spielen.© Foto: Anke Klapsing-Reich
Sachte schwingen, sonst haut der laute Glockenklang der St. Ludgers-Glocke einem die Ohren weg,.© Foto: Anke Klapsing-Reich
Nicht so feste, sonst haut´s einem die Ohren weg.© Foto: Anke Klapsing-Reich
Jeder durfte mal läuten.© Foto: Anke Klapsing-Reich
Vier mächtige Glocken machen im Glockenturm von St. Laurentius "die Musik".© Foto: Anke Klapsing-Reich
Wusste mit vielen "Glocken-Anekdoten" trefflich zu unterhalten: Küster Ludger Große-Heidermann an der St. Laurentius-Glocke, die 2100 kg auf die Waage bringt.© Foto: Anke Klapsing-Reich
Das macht Annette Nienhaus und Peter Liebenau Spaß: Einmal den Klöppel der St. Ludgerusglocke zum schwingen bringen.© Foto: Anke Klapsing-Reich
Immer schön auf dem Weg bleiben.© Foto: Anke Klapsing-Reich
Küster Ludger Große-Heidermann (l.) führt die Teilnehmergruppe der Turmbesteigung in die Thematik ein.© Foto: Anke Klapsing-Reich
Blick auf den Kirchvorhof© Foto: Anke Klapsing-Reich
Nichts anbrennen ließen Sonja Dahlhaus (r.) und Franziska Strock von der Lembecker Landjugend am Grillwurst-Stand. Alois Bruns, Veronika Soggeberg und Christine Stockhoff vom Festausschuss waren sehr zufrieden mit dem köstlichen Ergebnis.© Foto: Anke Klapsing-Reich
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36 unregelmäßige trutzige Steintreppenstufen „wendeln“ sich den engen Gang hinauf, dann Kopf einziehen und noch einmal wenige Holzstufen emporklimmen, und Station 1 – das Turmgewölbe – ist erreicht: „Die Sakristei aus dem Jahr 1860 ist hier der älteste Teil, die neueren Gewölbe stammen aus den Jahren 1936/37“, deutet Ludger Große-Heidermann auf die gelbe Isolationsverkleidung, die einen freien Blick auf das Gemäuer nicht zulässt. „Wer jetzt hier abstürzt, kommt sofort in den Himmel, denn der landet direkt auf dem Altar“, scherzt der Küster gut gelaunt.

Es gibt was auf die Ohren

Eine weitere kleine Kletterpartie ist nötig, um die vier Glocken zu erreichen: St. Laurentius fürs Totengeläut bringt 2100 kg auf die Waage, darüber läutet die 1612 kg schwere „Maria Magdalena“. Mit 960 kg ist die Katharinenglocke (Heuglocke) das Leichtgewicht des Glockentrios. Gleich daneben wartet die 1960 kg schwere St. Ludgerus-Glocke auf ihren Einsatz und tatsächlich – bong – läutet sie just in dem Moment einmal zur halben Stunde um 12.30 Uhr. Da haut’s einem glatt die Ohren weg. „Jeder darf den Klöppel mal in Schwung bringen“, lädt der Küster ein und spaltet so die Gruppe in „Glöckner“ und „Ohren-zu-Halter“ auf.

Zurück am Fuße des Turmes weiß jeder Turmbesteiger den Unterschied zwischen „beiern“ und „läuten“, warum der Küster der St. Ludgerus-Glocke seinen Vornamen geliehen hat und wo die Tauben im Kirchturm gelandet sind – nämlich in der Suppe für den Bischof. Was davon Dichtung und was Wahrheit ist, konnte man dann ja bei einem Gläschen Bier weiter diskutieren. 

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