Die meisten Hundehalter sind „sauber“

Stadt will mehr kontrollieren

Die Stadtverwaltung will bei Hundebesitzern künftig härter durchgreifen und kontrollieren, ob die Vierbeiner angeleint sind oder die Herrchen die Hinterlassenschaften der Hunde liegen lassen. Wir haben nachgefragt: Wie viel Verdauungsrückstände gibt es eigentlich jährlich in Dorsten und warum will die Stadt den Hundebesitzern auf die Pelle rücken?

DORSTEN

, 11.03.2015, 06:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die meisten Hundehalter sind „sauber“

Ein Hund rennt mit einem Stock im Maul am 18.02.2015 im Grunewald in Berlin. Am 01.03.2015 wird dort ein Hunderestaurant eröffnet. Foto: Lukas Schulze/dpa (zu dpa "Leben wie Hund im Grunewald - Neues Restaurant für Vierbeiner" vom 27.02.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Nach der Ankündigung der Stadtverwaltung, Hundebesitzern künftig verbal oder sogar finanziell „auf die Pfoten zu hauen“, wenn sie ihre Vierbeiner nicht anleinen und deren Hinterlassenschaften nicht wegräumen, ist das Echo erwartungsgemäß geteilt. Manche „Herrchen“ und „Frauchen“ fühlen sich verfolgt, verlangen gar eine Pferdesteuer („Das wäre gerecht“), andere betonen, dass sie sich an die Spielregeln halten und immer eine Tüte dabei haben.

Und das ist auch gut so. Ludger Böhne, stellvertretender Pressesprecher der Stadt, hat gestern auf Bitten der Dorstener Zeitung mal nachgerechnet. „Wenn man davon ausgeht, dass ein Hund täglich 250 Gramm Verdauungsrückstände von sich gibt, summiert sich das in Dorsten auf 1500 Kilo täglich, rund 550 Tonnen pro Jahr.“ Böhne betont aber auch: „Nur ein verschwindend geringer, aber dafür sehr ärgerlicher Teil davon landet dort, wo er nicht hingehört und andere Menschen belästigt: auf Gehwegen oder öffentlichen Grünflächen, in der Nähe von Schulen und Kindergärten, in Wohnvierteln.“

„Soziale Kontrolle“

Die Stadtverwaltung will diesen Hundebesitzern künftig auf die Pelle rücken. Zunächst freundlich, aber bestimmt in Altendorf-Ulfkotte (wir berichteten), später aber überall im Stadtgebiet. Und dann könnte es durchaus auch teuer werden – wenn denn die Übeltäter „in flagranti“ erwischt werden. Böhne räumt ein: „In der Vergangenheit wurden nur sehr selten solche Verwarngelder erhoben. Als wirksamer hat sich die soziale Kontrolle durch Präsenz erwiesen.“

Wo der Außendienst des Ordnungsamtes unterwegs war, nahm die Verschmutzung durch Hundekot nach Erkenntnissen der Stadtverwaltung spürbar ab. Aber: Diese Stelle ist derzeit vakant, sie soll im Sommer wieder besetzt werden. 

 

 

Die Hundesteuer ist eine Ordnungssteuer, die – im Wortsinne – das Hundeaufkommen „steuern“ soll. Das ist keine neue und schon gar keine Dorstener Erfindung. Das Gesamtaufkommen beträgt rund 670 000 Euro im Jahr.


Seit 2013 geltende Steuersätze: 108 Euro/Jahr, wenn ein Hund gehalten wird; 120 Euro/Jahr je Hund, wenn zwei Hunde gehalten werden; 132 Euro/Jahr je Hund, wenn drei oder mehr Hunde gehalten werden.
 

Für gefährliche Hunde und Hunde bestimmter Rassen wird der vierfache Steuersatz erhoben.

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