Die Qual der Wahl ist 94 cm lang

Europawahl

DORSTEN 94 cm lang ist der Wahlschein für die Europawahl. Viel Lesestoff, wer mag - und ein Problem: Wie passt die lange Liste in einen ganz normalen Briefumschlag?

von Von Stefan Diebäcker

, 14.05.2009, 15:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dorstens "Wahlmanager" Klaus Ihling und der 94 cm lange Wahlschein zur Europawahl.

Dorstens "Wahlmanager" Klaus Ihling und der 94 cm lange Wahlschein zur Europawahl.

"Das ist tatsächlich ein Problem", sagt Klaus Ihling. Der 49-Jährige ist der "Wahlmanager" der Stadtverwaltung, organisiert seit 1983 "etwa die 25. Wahl" in Dorsten. Aus der Ruhe bringen kann ihn da nichts mehr, auch kein schlanker Schein mit 31 Wahlvorschlägen.

Die Benachrichtigungen an 61 865 Dorstener sind verschickt, die Suche nach Wahlhelfern ist längst abgeschlossen. "War kein Problem, die vielen Freiwilligen zu finden", bestätigt Ihling. 30 Euro gibt´s ja für den Dienst in den Wahllokalen - und die Gewissheit, das Altstadtfest am 7. Juni zu verpassen. Ob das alle bedacht haben?

Bislang weniger Briefwahl-Anträge als beim letzten Mal

Das Parallelprogramm zur Europawahl könnte sich tatsächlich negativ auf die Wahlbeteiligung auswirken. Wenn da nicht die Briefwahl wäre. Doch bislang sieht´s mau aus. "Wir haben in den ersten Tagen deutlich weniger Anträge erhalten als beim letzten Mal", gibt Ihling zu. Muss ja noch nichts heißen, hat aber auf jeden Fall einen Vorteil: "Die Anträge kommen morgens rein und sind mittags schon bearbeitet."

Flinke Hände sind auch am Wahlabend gefragt, wenn die Stimmen ausgezählt werden. Doch eine "Party" im eigentlichen Sinne wird´s nicht geben. "Wir präsentieren die Ergebnisse aus den Stimmbezirken auf einer Leinwand", kündigt Ihling an, rechnet aber nicht mit drangvoller Enge im Ratssaal. "Ein harter Kern von interessierten Politikern wird wohl kommen." Die spätestens dann merken, dass sich in den Wahlbezirken einiges geändert hat. Barkenberg hat zwei weniger, Lembeck/Rhade haben zwei mehr. "Die Bürger dort sollten mal einen Blick auf ihre Benachrichtigungen werfen", rät Ihling.

Mehrere Anrufe

Wer per Brief seine Stimme abgibt, muss sich darum nicht kümmern. Der hat ja ganz andere Sorgen. "Fünf, sechs Anrufe hatte ich bereits", schmunzelt Ihling. Die Frage: Wie passt die lange Liste in den gesetzlich vorgeschriebenen Umschlag? Einleuchtende Antwort: "Mehrfach falten, dann geht´s irgendwie." Und nichts abschneiden, wie der ein oder andere Anrufer vorschlug. "Dann ist der Wahlschein ungültig."

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