Die VRR-Bahnhofstester schauen sich jedes Jahr das gleiche Elend an

Meinung

Die Bahnhofstester des VRR waren wieder da. 294 Haltestationen haben sie bewertet und bei 60 Prozent was zu meckern gehabt. Ändert ihr redliches Tun eigentlich was an der Misere?

Dorsten

, 19.03.2021, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Dorstener Hauptbahnhof hat mit dem Prädikat „ordentlich“ abgeschnitten. Der laufende Umbau lässt auf noch bessere Noten hoffen.

Der Dorstener Hauptbahnhof hat mit dem Prädikat „ordentlich“ abgeschnitten. Der laufende Umbau lässt auf noch bessere Noten hoffen. © Claudia Engel (A)

Bahnfahren ist echt eine tolle Sache. Zumindest in der Werbung. Und manchmal auch im echten Leben, wenn man mal ein bezahlbares Erste-Klasse-Ticket ergattert hat, der Zug pünktlich ist und man sich entspannt und voller Vorfreude seinem Reiseziel nähert.

Aber was, wenn man täglich auf den ÖPNV angewiesen ist? Für viele hört der Spaß dann auf, und das liegt nicht nur an überfüllten, unpünktlichen oder schmuddeligen Zügen. Oft verdirbt der Abfahrtsbahnhof dem Fahrgast schon die Laune. Das geht los mit dem beißendem Geruch, den jene Menschen hinterlassen haben, die am Bahnhof dringend mal eben aufs Klo gemusst hätten, wenn es eines gegeben hätte. Hässliche Graffiti von unbegabten Künstlern, Zigarettenkippen, Kaffeebecher, leere Brötchentüten - Nahverkehrsbahnhöfe sind ein Spiegelbild (a)sozialen Verhaltens.

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Wer selbst nicht fährt, kann das jedes Jahr nachlesen. Denn der VRR schickt unverdrossen jährlich seine Tester und lässt die Haltestationen unter die Lupe nehmen. Die Dorstener Bahnhöfe haben diesmal gar nicht schlecht abgeschnitten. Und für den Hauptbahnhof besteht ja ohnehin große Umbau-Hoffnung.

40 Jahre lang gut dran war übrigens Herten, die größte deutsche Stadt ohne Bahnanschluss. Jetzt wird dort ein Bahnhof gebaut. Der kommt dann auch jedes Jahr auf die VRR-Liste.

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