Die Wärme: Selbst das Wild leidet tierisch in warmen Sommermonaten

Hegering Dorsten

Die Wärme setzt dem Wild zu. Andauernd hohe Temperaturen und lang anhaltende Trockenheit bereiten den Tieren Stress. Einige Arten haben aber interessante Strategien gegen Hitze.

Dorsten

, 04.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Die Wärme: Selbst das Wild leidet tierisch in warmen Sommermonaten

Der Feldhase gibt über seine langen Löffel die Wärme nach außen ab. © dpa

Hermann Wolff ist Berufsjäger. Für den Hegering Herrlichkeit Lembeck und Dorsten teilt er mit, dass die Wärme und Trockenheit dem Wild zusetzen. „Zwar sind heimische Wildtiere gut angepasst, andauernd hohe Temperaturen und Trockenheit bedeuten allerdings Stress. Ausgedörrte Wiesen und ausbleibende Taubildung machen ihnen zu schaffen“, so Wolff.

Besonders betroffen seien Tiere wie Rehe, die fast den gesamten Flüssigkeitsbedarf durch die Nahrung decken. Jägerinnen und Jäger helfen Wildtieren mit künstlich angelegten Wasserstellen, davon profitieren auch zahlreiche Insekten- oder Vogelarten. Darauf macht die Jägerschaft aufmerksam und bittet Erholungssuchende, Rücksicht auf Wildtiere zu nehmen. „Zusätzlicher Stress, etwa durch stöbernde Hunde, sollte vermieden werden“, sagt Wolff.

Rehwild hat Paarungszeit - Autofahrer müssen aufpassen

„Bei großer Hitze sinkt bei fast allen Lebewesen der Bewegungsdrang. Die große Ausnahme bildet das eigentlich dämmerungsaktive Rehwild. Es hat im Juli und August Paarungszeit. Der Rehbock folgt auch tagsüber seiner verehrten Ricke viele Kilometer und kommt kaum zur Ruhe. Damit steigt auch jetzt wieder die Gefahr von Wildunfällen zu allen Tages- und Nachtzeiten“, so Hermann Wolff, der die Autofahrer um besondere Aufmerksamkeit bittet.

„Während der extremen Hitzeperiode 2018 erreichten uns Meldungen von verendet aufgefundenen Rehen“, so Hermann Wolff, Leiter des Hegerings Herrlichkeit Lembeck und Dorsten. „Viele waren stark abgemagert oder überdurchschnittlich stark von Parasiten befallen. Außerdem haben wir weniger Wildschweinnachwuchs registriert. Wir vermuten als eine Ursache ebenfalls die lang anhaltende Dürrephase“, so der Berufsjäger.

Hirsche lieben es, wenn ihnen das Wasser bis zum Hals steht

Gegen Hitze haben heimische Wildtiere unterschiedliche Strategien entwickelt: Hirsche genießen es, wenn ihnen das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals steht. Wildschweine wälzen sich gern im Schlamm, in der sogenannten Suhle. Das erfrischt und hilft gegen blutsaugende Plagegeister wie Zecken oder Stechmücken. Sie bleiben in der abtrocknenden Schlammschicht kleben und werden am nächsten Baum abgescheuert.

Wie Haushunde hecheln auch Füchse und Wölfe, um überschüssige Körperwärme abzugeben. Ihnen fehlen Schweißdrüsen, die dem Menschen Abkühlung verschaffen. Schattige Plätze sind auch in der Tierwelt beliebt: Dachse, Füchse oder Wildkaninchen dösen in ihrem unterirdischen Bau, umgeben von feuchter und kühler Erde.

Feldhasen geben Wärme über Ohren ab

Feldhasen pumpen mehr Blut in ihre langen Ohren. Die überschüssige Wärme wird so über die dünne Haut an den wenig behaarten Ohren abgegeben. Auch Vögel leiten Wärme ab, sie nutzen dazu einen Luftzug um die Beine oder stellen sich mit den Füßen in kühlendes Wasser.

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