Geisterstadt adé: Die wichtigsten Fakten zum Handel-Neustart

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Die meisten Geschäfte in Dorsten dürfen am Montag wieder öffnen. Das ist einfacher gesagt als getan. Die wichtigsten Fakten zum Handel-Neustart gibt es hier.

Dorsten

, 20.04.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorsten war eine Geisterstadt in den letzten Wochen. Viele Geschäfte durften nicht öffnen. Das ändert sich am 20. April. Was Kunden und Händler zum Start in eine hoffentlich bessere Zukunft wissen müssen:

Welche Geschäfte öffnen am Montag wieder?

Das weiß niemand so ganz genau. Natürlich gilt eine Maximalgröße von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche. Doch die Händler müssen strenge Hygienevorgaben einhalten. Wer die noch nicht garantieren kann, muss warten. Lorenzo Köller, Vorsitzender der Dorstener Interessengemeinschaft Altstadt (DIA), bestätigte auf Anfrage: „Eine Übersicht, welche Geschäfte öffnen oder welche nicht, liegt mir nicht vor.“

Welche Unterstützung gibt die Stadtverwaltung den Händlern?

Die Stadt Dorsten hat einen Vordruck für einen Aushang für ein Fenster im Eingangsbereich eines jeden Ladenlokals erstellt, an dem der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) unmittelbar die Verkaufsfläche sowie die maximal zulässige Kundenzahl erkennen kann. Alle Ladenlokale werden gebeten, diesen Aushang zu verwenden. Auf der Homepage der Stadt gibt es seit Sonntag außerdem einen Aushang mit automatischer Berechnung der max. zulässigen Kundenzahl als Excel-Tabelle zum Download.

Wie ist die Situation in den Mercaden?

Kaufland, Müller, Achtsam Apotheke, Lotto Schwenk (mit Poststelle), ein Optiker und die Bäckerei Imping waren nie geschlossen. TK Maxx und S1 Moden bleiben es auch am Montag, weil sie über 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben, ebenso Friseur und Nagelstudios. Alles anderen Ladenlokale werden wohl öffnen, Centermanager Ralf Gertz sollte übers Wochenende „den Betrieb wieder hochfahren“. Im Shopping-Center gilt laut einer Pressemitteilung: „Wir achten auch weiterhin darauf, dass alle Regeln und Richtlinien zu den Hygienestandards eingehalten werden.“

In den Mercaden sind ab 20. April die meisten Geschäfte geöffnet.

In den Mercaden sind ab 20. April die meisten Geschäfte geöffnet. © Ralf Pieper


Wer darf unabhängig von der Größe am Montag wieder öffnen?

Unabhängig von der Fläche dürfen alle Autohäuser und Fahrradhändler wieder öffnen. Ebenso öffnen die Buchhandlungen wieder, zumindest Thalia in der Altstadt hat ja mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Auch Möbelhäuser wie das Wohncentrum Wulfen und Möbel Peters sind wieder für ihre Kunden da, das Gleiche gilt für den „Babyprofi“ an der Bochumer Straße.

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Welche Hygienevorgaben gilt es zu beachten?

Es ist zum Beispiel darauf zu achten, dass sich pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche maximal eine Person im Ladenlokal aufhält. In den Ladenlokalen und in Warteschlangen ist zwischen Personen ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. „Die Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes werden die Einhaltung der Vorgaben überprüfen“, kündigt Stadtsprecher Christoph Winkel an.

Was besagt die „Zehn-Punkte-Vorgabe“ für Händler?

Das Ordnungs- und Rechtsamt der Stadt Dorsten hat für die Einzelhändler folgende Informationen zusammengestellt: Der Zutritt darf nur gestattet werden, wenn zum Schutz vor Infektionen geeignete Vorkehrungen getroffen sind:
1. Spuckschutz, 2. Hygiene-Aushänge, 3. Bodenmarkierungen, 4. Warteschlangen verhindern, 5. Sichtbare Angabe der maximal zulässigen Kundenzahl im Geschäft, 6. Regelmäßige Desinfektion von Flächen, die von Kunden berührt werden, 7. Zutrittssteuerung, 8. Kontaktvermeidung zu Kunden, so weit das möglich ist, 9. Kein Verzehr im Laden oder im Umkreis von 50 Metern, 10. Die SARS-COV-2-Arbeitsschutzstandards des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie die Coronaschutzverordnung des Landes NRW sind einzuhalten.

Und was sollten die Kunden beachten?

Sie sollten Gesichtsmasken tragen, auch wenn sie keine Pflicht sind. Sie sollten Anstand zeigen und Abstand halten. Und sie sollten am Montag und in den nächsten Tagen sehr dosiert einkaufen gehen. „Wir hoffen, dass nicht allzu viele Menschen gleichzeitig in die Altstadt strömen, damit alle Vorgaben eingehalten werden können und nicht wieder verschärft werden müssen“, sagt DIA-Vorsitzender Lorenzo Köller.

Denn nichts wäre wirtschaftlich und psychologisch wohl schlimmer, als eine erneute Geschäftsschließung in nächster Zeit, wenn sich das Virus wieder stärker verbreitet als derzeit.

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