Diebstahl aus Umkleiden: Täter verurteilt

Zwei Jahre auf Bewährung

Es waren Diebstähle, die die Community empörten: Dutzende Schüler fielen im Februar 2016 einem Täter zum Opfer, der sich in Umkleidekabinen von Schulen selbst bedient hatte. Am Mittwoch wurde der Mann vor dem Amtsgericht Dorsten zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Dorsten

, 12.04.2017, 16:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diese dreisten Diebstähle empörten im Februar des vergangenen Jahres die Menschen in Dorsten und Umgebung: Opfer waren Dutzende von Schülern, die während des Sportunterrichts und einer Tanzveranstaltung ihre Kleidung und Wertsachen in den Umkleidekabinen der Sporthallen des Schulzentrums an der Pliesterbecker Straße, der Gesamtschule Schermbeck sowie des Gymnasiums Petrinum gelassen hatten. Der Täter entwendete zahlreiche Smartphones, aber auch Portemonnaies mit Geld und Bankkarten (wir berichteten). Mit einer dieser EC-Karten hob er in Hervest 250 Euro vom Konto eines Opfers ab. Am Mittwoch musste sich der junge Mann vor dem Dorstener Schöffengericht verantworten, er kam mit einer relativ milden Strafe davon: Die Richterinnen folgten dem Antrag des Staatsanwalts, der eine zweijährige Haftstraße auf Bewährung gefordert hatte. Das Gericht legte dem Angeklagten aber auf, zu versuchen, in einer Einrichtung für betreutes Wohnen seine erheblichen psychischen Probleme in den Griff zu bekommen.

"Grundlegend etwas falsch gelaufen"

„In Ihrem Leben ist grundlegend etwas falsch gelaufen“, so die Vorsitzende Richterin Lisa Hinkers. Der Dorstener Angeklagte war im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern aus Polen gekommen, bereits mit neun Jahren hatte er erste Drogenerfahrungen. Den Hauptschulabschluss schaffte er trotz mehrerer Anläufe nicht: „Ich bekam eine soziale Phobie, habe mich zu Hause verschanzt.“ Später hörte er in seinem Kopf Stimmen, hatte Wahnvorstellungen, die Ärzte stellten eine Schizophrenie fest. Um sich abzule

ken, vertrieb sich der junge Mann die Zeit in Spielhallen, wurde spielsüchtig: „Deswegen auch die Diebstähle, ich brauchte das Geld“, sagte er aus.

"Ich bereue alles zutiefst"

Inzwischen hat er eine Therapie absolviert, „seit acht Monaten spiele ich nicht mehr und nehme seitdem auch keine Drogen“, betonte der Angeklagte, der jetzt in Süddeutschland lebt: „Ich bereue alles zutiefst, ich war damals völlig verzweifelt.“ Er entschuldigte sich auch dafür, dass er bei seiner Festnahme in einer Spielhalle „aus Versehen“ einer Polizistin eine Tür ins Gesicht schlug – die Beamtin erlitt eine blutende Wunde an der Augenbraue.

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