"Dieser Volkstrauertag ist anders"

Gedenkfeier am Westwall

Das Wetter am Sonntag (15. November) spiegelte die Traurigkeit wider, die durch die katastrophalen Ereignisse von Freitagnacht in Paris ausgelöst wurde. Auch bei Dorstens Bürgern verursachten die Terroranschläge Fassungslosigkeit und Entsetzen – bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag wurde dies deutlich.

DORSTEN

, 15.11.2015, 14:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eingeladen zur zentralen Gedenkfeier hatten in diesem Jahr der Allgemeine Bürgerschützenverein Dorsten-Altstadt und die Stadt. Viele Vertreter aus Politik, Verwaltung, Bundes- und Feuerwehr sowie der Dorstener Schützenvereine – aber auch der MGV Hervest-Dorsten und die Blaskapelle St. Marien – waren dazu trotz des starken Regens erschienen.

Schon beim gemeinsamen Gottesdienst in St. Agatha ging Pfarrer Ulrich Franke auf die aktuellen Ereignisse ein: „Vieles ist anders seit Freitag. Die Geschehnisse in Paris berühren und gehören hier mit rein.“

Zeichen der Solidarität

Ebenso fand Christian Herberhold, 1. Vorsitzender des Schützenvereins Dorsten-Altstadt, nach dem Gottesdienst passende Worte vor der traditionellen Kranzniederlegung am Ehrenmal am Westwall. „Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen und vor allem nicht alle Muslime unter Generalverdacht stellen. Flüchtlinge, die bei uns Schutz suchen, laufen genau vor solchen Terroristen davon“, sagte er. Als Zeichen der Solidarität wurde am Ehrenmal daher nicht nur die deutsche Bundesfahne mit Trauerflor gehisst, sondern ebenfalls die französische Trikolore.

Auch Bürgermeister Tobias Stockhoff drückte in seiner Rede tiefe Anteilnahme aus. Bis Freitag habe er noch geglaubt, dass der Volkstrauertag routiniert ablaufen werde. „Meine Rede für heute war fertig“, sagte er. Bis am Freitagabend fanatische Extremisten unerwartet 129 Menschen in Paris aus ihrem Leben und aus dem Leben ihrer Mitmenschen gerissen haben. „Wir alle sind in Schockstarre. Ringen nach Worten“, so der Bürgermeister.

Krieg, Terror und Gewalt

„Auch wenn wir das Leid der Angehörigen nur erahnen, den Schmerz unserer französischen Freunde, besonders in Paris und unseren beiden Partnerstädten Dormans und Ernèe nur vermuten können, dieser Volkstrauertag 2015 ist anders. Er führt uns die schrecklichen Ereignisse vor Augen, dass Krieg, Terror und Gewalt alltäglich auf unserer Welt sind.“

Der Volkstrauertag erinnere, ermahne und ermutige daher, die Arbeit für Frieden, Freiheit und Demokratie nie enden zu lassen. „Setzen wir auch persönlich ein Zeichen des Friedens und räumen Streitigkeiten in unserem privaten Umfeld aus. Frieden beginnt in der Familie, am Arbeitsplatz, im Verein und im Freundeskreis“, sagte Stockhoff, mit dessen Rede auch der Wolkenbruch ein Ende fand.

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