Dieses Haus hat ein Dorsten-Gesicht

Ungewöhnliche Fassade

Als Christian Herberhold sich dazu entschied, einen leer stehenden Teil der neu erworbenen Immobilie in hochwertige Ferienwohnungen umzuwandeln, beschloss er: "Ich möchte dem Haus ein eigenes Gesicht mit hohem Wiedererkennungswert geben." Das ist ihm tatsächlich gelungen.

Dorsten

26.07.2016, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieses Haus hat ein Dorsten-Gesicht

Auftraggeber Christian Herberhold, künstlerischer Berater Peter Koerber und Künstler Beni Veltum (Graffiti-Büro.de), der die Dorstener Skyline an der Hausfassade an der Gahlener Straße/Ecke Katharinenstraße gestaltet hat.

Das schöne Ergebnis des Faceliftings ist seit ein paar Tagen zu bewundern: eine Skyline mit den bekanntesten Dorstener Stadtmotiven. Es geht um das Haus an der Ecke Gahlener Straße/Katharinenstraße, das der Dorstener Anfang des Jahres als Teil einer Eigentümergemeinschaft erworben hat. An exponierter Stelle am Essener Tor gelegen, ist aus dem Gebäude ein Schmuckstück geworden.

Förderturm, Brücken und Altes Rathaus

Hell gestrichen und mit einem Kunstwerk versehen, das schon eine Menge Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. 8,50 Meter hoch und 4,20 Meter breit zeigt es ab dem ersten Stock aufwärts in farbenfroher Umsetzung das Schloss Lembeck, den Hervester Förderturm, Lippe- und Kanalbrücke sowie das Alte Rathaus samt Agathakirche.

Christian Herberhold, der seit Anfang Mai im Erdgeschoss unter dem Namen "Lease-perfect" ein Finanzdienstleistungsbüro betreibt, hat dafür als "künstlerischen Berater" den Dorstener Fotografen Peter Koerber gewonnen. Der entwarf vier, fünf Bildvorschläge. "Eigentlich wollten wir mit dem Fassaden-Bild sogar noch um die Kurve gehen", so Koerber. "Aber das wäre wegen der Fenster dort zu unruhig geworden."

Auftragsmaler kennt sich aus

An die Umsetzung der Motive auf der fensterfreien Hauswand machte sich schließlich der freischaffende Künstler Beni Veltum. Er betreibt in Gladbeck das "Graffitti-Büro.de" und bezeichnet sich selbst als "Auftragsmaler mit Spraydose". In dieser Eigenschaft hat er unter anderem das Delfinarium im Duisburger Zoo und den NRW-Pavillon der Expo in Mailand kreativ veredelt. Auch in Dorsten war er schon aktiv, wie er augenzwinkernd verrät: "Meine Tochter wohnt hier mit ihrer Mutter, der habe ich das Kinderzimmer verschönert."

Christian Herberhold hatte zuvor Werke von Beni Veltum im Internet entdeckt - unter anderem einen Förderturm. "Den hat er so filigran hinbekommen, dass ich ihn sofort engagiert habe", so der Auftraggeber. Drei Arbeitstage lang hat Beni Veltum dann sprühend das Werk erschaffen. "Keine große Sache, mein größtes Wandbild war 120 Meter lang", sagt er.

Ohne öffentliche Mittel finanziert

Für Miteigentümer Christian Herberhold schließt sich mit dem Kauf der Immobilie ein familiärer Kreis: "Meine Eltern haben hier, als ich vor 41 Jahren geboren wurde, im dritten Stock zur Miete gewohnt." Die Wandmalerei hat er übrigens ohne öffentliche Mittel finanziert. Er wusste zwar, dass demnächst vom benachbarten Stadtteilbüro "Wir machen Mitte - Dorsten 2020" durch das Hof- und Fassadenprogramm eigens für solche Zwecke Geld bewilligt wird: "Das Programm wird aber erst Ende des Jahres aufgelegt, so lange wollte ich nicht warten."

Michael Klein

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