Doppel-S wird zum Problem

"Falsche" Unterschrift

WULFEN Zwei „S“ oder ein scharfes? Mit dieser Frage beschäftigte sich kürzlich das Bürgerbüro beim Personalausweis-Antrag des Wulfeners Günter Peter Rissel.

von Von Berthold Fehmer

, 11.11.2009, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf seinem Führerschein von 1954, seinem Reisepass von 1989 und seinem letzten Personalausweis hat Günter Rissel mit zwei "s" unterschrieben. Doch bei seinem neuen Personalausweis wurde dies bemängelt.

Auf seinem Führerschein von 1954, seinem Reisepass von 1989 und seinem letzten Personalausweis hat Günter Rissel mit zwei "s" unterschrieben. Doch bei seinem neuen Personalausweis wurde dies bemängelt.

Der gebürtige Gelsenkirchener wohnt seit 1985 in Dorsten, hat seitdem zwei Personalausweise mit „Rissel“ unterschrieben – ohne Probleme. Nur beim letzten Antrag für seinen neuen Ausweis wurde eine Mitarbeiterin des Bürgerbüros aufmerksam. So könne man seine Unterschrift nicht akzeptieren, teilte man Rissel in einem Brief mit, der daraufhin wieder ins Bürgerbüro („Die Damen dort waren alle sehr nett“) ging, und „mit zitternden Händen, weil es so ungewohnt war“, das scharfe „S“ dahin setzte, wo es laut Gesetz hinsollte. „Vielleicht hätte man etwas mehr Fingerspitzengefühl zeigen und nicht so ein Theater machen können“, sagt Rissel, der sich ein bisschen geärgert hat, die Sache aber auch mit Humor nimmt. „Ich bin im Alter auch zwei Zentimeter kleiner geworden, vielleicht werde ich beim nächsten Mal noch nachgemessen.“

Das Doppel-S habe ihm bei einer Verkehrskontrolle in den USA sogar bereits gute Dienste geleistet, so Rissel, weil die Polizeibeamten mit dem scharfen „S“ so gar nichts anfangen konnten. Sicher ist sich der 81-Jährige, dass er den erneuten Gang ausschließlich seiner guten Handschrift verdankt. „Hätte ich nur ein ’R‘ geschrieben und dahinter einen waagerechten Strich gemacht, wäre alles in Ordnung gewesen.“

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