Das Naturparkhaus der Biologischen Station Lembeck. Diese Einrichtung im Dorstener Norden betreut betreut aktuell zwei "NRW.Vital"-Projekte und dürfte auch bei der Bewerbung der Hohen Mark als Leader-Region ein echtes "Pfund" sein. © Privat
Leader-Region

Dorsten und Hohe Mark nehmen neuen Anlauf bei Millionen-Förderprogramm

Die Enttäuschung in Dorsten und bei den nördlichen Nachbarn war groß, als 2015 die Bewerbung um ein EU-Förderprogramm scheiterte. Beim erneuten Anlauf ist nun ein weiterer Stadtteil dabei.

Vor gut sechs Jahren waren Dorsten und die Mitstreiter der „Hohe Mark-Gruppe“ bei der Bewerbung für den Rang als „Leader-Region“ noch gescheitert – jetzt nehmen Dorsten, Dülmen, Haltern am See, Heiden, Olfen, Raesfeld und Reken einen erneuten Anlauf bei dem Förderprogramm, das für die teilnehmenden Regionen Fördermittel von Land und EU von bis zu 3,1 Millionen Euro vorsieht.

Das Leader-Programm will die ländlichen Räume nach vorne bringen und möglichst viele Einrichtungen, Akteure und Angebote über die Grenzen der jeweiligen Kommunen hinaus vernetzen und vermarkten. Die nächste Förderperiode läuft von 2023 bis 2029. Im Sommer 2022 wird die Jury die neuen Leader-Regionen bekannt geben.

Die Politiker der jeweiligen Stadt- und Gemeinderäte müssen noch endgültiges grünes Licht geben, davon ist aber auszugehen. Denn dass die Hohe-Mark-Kommunen gut zusammenarbeiten können, haben sie in den vergangenen Jahren bewiesen.

Finanzielles Trostpflaster

Das Land NRW hatte ihnen nämlich nach der damaligen Leader-Absage im Jahr 2016 ein finanzielles „Trostpflaster“ gegeben: Mit Ausnahme von Heiden wurden sie als „Vital.NRW“-Region ausgewählt, die als „kleine Schwester“ des Leader-Programms bezeichnet wird. Die Hohe-Mark-Region profitiert seitdem und noch bis zum Jahr 2023 von Landesmitteln in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

Die lokale Arbeitsgruppe der Hohe-Mark-Kommunen hat sich im Vorfeld der Leader-Bewerbung bereits zum Fototermin versammelt.
Die lokale Arbeitsgruppe der Hohe-Mark-Kommunen hat sich im Vorfeld der Leader-Bewerbung bereits zum Fototermin versammelt. © Privat © Privat

Bislang wurden davon schon 20 größere und mehr als 40 kleinere Projekte angestoßen und zum größten Teil auch umgesetzt. Auch der Dorstener Norden ist beteiligt. So wurde unter anderem eine Fahrradspange von Rhade an die Lippe samt Schutzhütte gefördert, die Biologische Station in Lembeck betreut Programme für Streuobst- und Insektenwiesen, Rhader und Lembecker Landwirte erhalten Fördermittel für ihre „Tour de Buur“-Radtouren, in Deuten wurde der Spielplatz an der Schule mit neuen Geräten unterstützt.

Auch Alt-Wulfen mit dabei

Diese erfolgreiche Zusammenarbeit soll nun fortgeschrieben werden. Eine lokale Arbeitsgruppe soll die Entwicklungsstrategie mit Hilfe eines externen Büros und mit Beteiligung der Bürger erarbeiten. Das Förderantragsgebiet soll übrigens um einen weiteren nördlichen Dorstener Stadtteil erweitert werden – auch Projekte in Alt-Wulfen könnten von einer erfolgreichen Leader-Bewerbung profitieren.

Für die Gründung eines „regionalen Leader-Vereins“ sind 2000 Euro pro Kommune als Eigenanteil fällig, bekommen Dorsten und Co. diesmal den Zuschlag, muss jede Kommune pro Jahr 10.000 Euro für das „Regionalmanagement“ (1,5 Stellen Personal, Öffentlichkeitsarbeit etc.) beigetragen. Das Vital.NRW-Büro wurde übrigens inzwischen vom Tiergarten Schloss Raesfeld ins Rekener Rathaus verlegt, weil es dort zentraler liegt.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein