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Dorstener Angeklagter schweigt weiter

Schmiergeld-Prozess

Im Schmiergeld-Prozess gegen einen EON-Mitarbeiter aus Wulfen sind am Mittwoch vor dem Bochumer Landgericht weitere Details bekannt geworden. Danach hat der 47-jährige Angeklagte fast familiäre Kontakte zu einem Bochumer Unternehmer gepflegt, der ihm regelmäßig Briefumschläge mit Geld zugesteckt haben soll.

DORSTEN

29.06.2016 / Lesedauer: 2 min

Mindestens zweimal war der Bochumer in Wulfen zum Frühstück eingeladen. Im Prozess konnte er den Richtern nicht nur den Eingangsbereich des Hauses beschreiben, sondern auch ein Zimmer im ersten Stock – mit Fernseher und Computerspielen. Dort soll das Geld übergeben worden sein. „Es ist ja nicht so, dass man das vor der ganzen Familie macht“, sagte der Bochumer Unternehmer, der ebenfalls angeklagt ist. Rund fünf Mal wollen sich die beiden Männer privat getroffen haben. Mal zu Hause, mal zum Essen. Geduzt wurde sich natürlich sowieso.

16.000 Euro für Leiharbeiterstunden

Insgesamt wurden angeblich 16.000 Euro übergeben. Im Gegenzug soll der Bochumer Unternehmer regelmäßig grünes Licht erhalten haben, um seine Leiharbeiter auf EON-Baustellen unterzubringen. Der mutmaßlichen Schmiergeldzahlung lag dabei eine einfach Rechnung zugrunde: Pro Leiharbeiterstunde – meist wurden hoch qualifizierte Schweißer benötigt – soll genau ein Euro gezahlt worden sein.

Genau das wird von dem 47-jährigen Wulfener allerdings nach wie vor bestritten. Er will zu keiner Zeit Geld angenommen haben. Persönlich hat er sich allerdings noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Im Prozess macht er weiter von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Weitere Verhandlungstage angesetzt

Mit einem schnellen Ende des Strafverfahrens ist offenbar nicht zu rechnen. Die Richter haben am Mittwoch weitere Verhandlungstage bis Mitte August festgesetzt. Dabei geht es dann auch noch um Sozialbetrug. Dem Bochumer Unternehmer wird nämlich auch noch vorgeworfen, seine eigenen Arbeiter schwarz bezahlt und bei den Abrechnungen getrickst zu haben. All das hat er aber schon grundsätzlich gestanden. Jörn Hartwich 

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