Großer Garten soll Schulungszentrum weichen: Streit um Neubaupläne der „Dorstener Arbeit“

rnUmbau-Pläne

Die „Dorstener Arbeit“ will ihre Standorte neu bündeln. Dass dabei der große Gartenbereich am Hauptstandort mit einem Schulungszentrum bebaut werden soll, beschäftigt jetzt die Politik.

Dorsten

, 27.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die „Dorstener Arbeit“ (DA) spätestens im Jahr 2022 nach dem Groß-Umbau des Dorstener Bahnhofsgebäudes dort als „Ankermieter“ einzieht, wird das auch Auswirkungen auf andere Standorte der städtischen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft, die Kurse für Arbeitssuchende anbietet, haben.

Und das sorgt jetzt für erhebliche Kritik seitens der Grünen und der Linken.

Beide Parteien stimmten jedenfalls am Dienstag in der Sitzung des Dorstener Umwelt- und Planungsausschusses dagegen, einen Bebauungsplan für den Verwaltungs- und Werkstatt-Hauptstandort an der Wienbachstraße 21 in Wulfen auf den Weg zu bringen.

Drei Geschosse, gut 50 Meter lang

Die „Dorstener Arbeit“ will dort über kurz oder lang unter anderem ein neues, bis zu gut 50 Meter langes und dreigeschossiges Schulungszentrum errichten - und das auf der 0,7 Hektar großen Fläche, die derzeit noch als (Lehr-)Garten mit Gewächshäusern, Wiesenfläche, Obstbäumen und Teichen genutzt wird.

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Diese Pläne sorgten in der Sitzung vor allen bei den Grünen für heftigen Widerspruch. „Der Biotop-Wert dort wird von derzeit 14.000 Punkten auf 680 reduziert“, betonte Grünen-Sprecher Michael Haake. „Dass die Fläche nun völlig versiegelt wird, hat mit Klimaschutz und ökologischer Verantwortung nichts zu tun.“

„Wir wollen die Dorstener Arbeit ja unterstützen“, so Haake. Aber: Anstatt gerade dieses Areal „zu opfern“, sollte man lieber erst mal die Frage beantworten, ob es nicht an anderer Stelle im Gewerbegebiet „Im Köhl“ ein alternatives Grundstück gibt.

Auch der Standort der Dorstener Arbeit an der Wienbachstraße könnte von der Neustrukturierung betroffen sein.

Auch der Standort der Dorstener Arbeit an der Wienbachstraße könnte von der Neustrukturierung betroffen sein. © Privat

Josef Hadick konnte aber keine Hoffnungen machen. „Das sind alles Flächen in Privateigentum, ich habe dort schon Dutzende Gespräche auf der Suche nach freien Grundstücken geführt“, erläuterte der Geschäftsführer der Dorstener Wirtschaftsförderungsgesellschaft „Windor“ im Ausschuss: „Aber die Eigentümer wollen die Grundstücke alle für eigene Entwicklungen frei halten.“

Auf der anderen Straßenseite, ein paar hundert Meter entfernt, befindet sich unter der Adresse Wienbachstraße 26 ein weiterer Standort der „Dorstener Arbeit“, unter anderem mit einem Flachbau bestückt, der unter anderem eine Werkstatt, Büros und eine Art Garage beherbergt.

Ein Standort fraglich

Aber auch der ist wohl keine Option für das Schulungszentrum. Wie Marc Lohmann, Leiter des Planungsamtes mitteilte, trägt sich die „Dorstener Arbeit“ mit dem Gedanken, die Angebote zu bündeln und deswegen den Standort an der Wienbachstraße aufzugeben.

Lohmann regte an, dass die Geschäftsführung der „Dorstener Arbeit“ in einer der nächsten Ausschuss-Sitzungen die Politik im Detail über die Pläne informiert.

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Für die wegfallenden Gartenbereiche soll es „grüne“ Kompensationsflächen an anderen Orten geben, wurde in der Sitzung angekündigt. CDU und FDP konnten die Kritik der Grünen übrigens nicht nachvollziehen.

Sowohl Stefan Risthaus (CDU) als auch Rüdiger Bente (FDP) meinten, dass es keinen besseren Platz geben würde als den neben dem Solarpark auf der ehemaligen Müllkippe.

Mehrheit stimmte dafür

CDU und FDP gaben schließlich mit den Stimmen der SPD grünes Licht dafür, dass der Bebauungsplan ausgelegt wird und Bürger und Behörden ihre Stellungnahmen abgeben können.

Sollte der Neubau kommen, steht jedenfalls fest, dass die „Gärtner“ der „Dorstener Arbeit“ weiterhin Platz haben werden. „Für die landschaftsgärtnerische Qualifizierung würden auch dann noch genug Freiflächen verbleiben“, heißt es vonseiten der Stadt auf unsere Anfrage.

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