Dorstener gesteht sexuellen Missbrauch

Urteil

DORSTEN / ESSEN Während er gleich nach der Tat anderen die Schuld in die Schuhe schieben wollte, zeigte sich ein 49-jähriger Angeklagter vor dem Landgericht Essen endlich geständig. Der Dorstener wurde wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines siebenjährigen Kindes und Bedrohung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

von Von Martina Ricken

, 29.05.2009, 14:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dorstener gesteht sexuellen Missbrauch

Am 13. Januar war der Angeklagten zu Gast bei den Nachbarn. Mit dem Vater des Opfers trank er ein paar Longdrinks. Dann nahm er das lern- und sprachbehinderte Kind mit in seine Wohnung, angeblich um ihm seine Hundewelpen zu zeigen. Während er in seiner Wohnung das Mädchen missbrauchte, betrat der entsetzte Stiefsohn der Raum.   Der Dorstener ließ von dem Kind ab und folgte seinem Stiefsohn in die Küche. Der Angeklagte packte ihn am Kragen und drohte dem 19-Jährigen bedrohte ihn. „Wenn ich dich auf der Straße sehe, bringe ich dich um“, wollte der Angeklagte den Augenzeugen zum Schweigen bringen.

Erst vor gericht reumütig   Schlimmer noch – gegenüber der Polizei behauptete der Angeklagte zunächst, der Stiefsohn sei der Kinderschänder. Später behauptete er, das Mädchen selbst sei aktiv geworden. Das alles nutzte dem 49-Jährigen nichts, denn der Stiefsohn, der seiner Mutter völlig aufgelöst von dem Vorfall berichtet hatte, ließ sich nicht einschüchtern und blieb bei seiner Aussage.   Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte dann doch reumütig. Er konnte nicht erklären, warum es zu dem Übergriff gegen das Mädchen kam. „Ich weiß nicht“, war immer wieder von ihm zu hören. Auch zu seinem Verhalten gegenüber seinem Stiefsohn sagte er nicht viel. „Angst? Verteidigung? Wut?“, rätselte der Dorstener selbst.

Alkoholabhängig / Pädophil   Während der Tat war der Angeklagte erheblich alkoholisiert. Um die zwei Promille wurden festgestellt. „Vieles spricht dafür, dass er alkoholabhängig ist“, meinte Gutachterin Heike Bongardt und konnte eine verminderte Steuerungsfähigkeit nicht ausschließen. Ein Pädophiler sei der Dorstener aber nicht. Die Sachverständige: „Er hat einfach die Gelegenheit ergriffen.“   Der Angeklagte will sich freiwillig in Therapie begeben. Er darf sich weder dem Opfer, noch seinem Stiefsohn nähern, legte das Gericht fest. Aber dazu wird es wohl auch nicht mehr kommen. Der Angeklagte hat sein Umfeld verlassen.

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