Dorstener Tafel verhängt Aufnahmestopp

Großer Zulauf

Nichts geht mehr: Zum ersten Mal in ihrer 13-jährigen Geschichte hat die Dorstener Tafel einen Kunden-Aufnahmestopp für ein halbes Jahr beschlossen. „Trotzdem lassen wir keinen im Regen stehen“, versichert Vereinsvorsitzender Herbert Rentmeister.

Dorsten

, 02.02.2016, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dorstener Tafel verhängt Aufnahmestopp

Vereinsvorsitzender Herbert Rentmeister, hier ein Foto aus dem Sommer, und seine Mitstreiter verhängten einen Aufnahmestopp bei der Dorstener Tafel.

Zweimal pro Jahr, zu Beginn des Jahres und Anfang Juli, händigen die Tafel-Mitarbeiter den Menschen, die ihre Bedürftigkeit durch Vorlage des Dorsten-Passes nachweisen, neue Einkaufsausweise aus.

Riesenansturm

Doch der Riesenansturm, der an den beiden Ausgabetagen in der ersten Januarwoche über die Dorstener Tafel fegte, war kaum zu bewältigen: „Wir haben bis 20 Uhr abends insgesamt 221 Einkaufsausweise ausgestellt – das überschreitet unsere Grenze schon jetzt bei weitem“, mussten Herbert Rentmeister und das Tafel-Team die Notbremse ziehen. Sie beschlossen einen Aufnahmestopp für das erste Halbjahr, das heißt: Wer einen neuen grünen Einkaufsausweis ergattert hat, darf wie gewohnt bei der Tafel einkaufen. Die nächsten erforderlichen Einkaufsausweise werden erst in der ersten Juliwoche 2016 ausgegeben.

Dienstags und freitags geöffnet

Jeden Dienstag und Freitag öffnet der Laden der Dorstener Tafel an der Dimker Allee 20 in Wulfen-Barkenberg seine Türen und Regale, damit Bedürftige günstig die von Supermärkten gespendeten Lebensmittel einkaufen können. „Wir können an einem Tag nur 80 Kunden bedienen, mehr lassen der vorhandene Raum und die Ausgabezeit nicht zu“, betont Rentmeister, dass die ehrenamtlich geleistete Arbeit in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen zu leisten sein müsse. Für einen zusätzlichen dritten Ausgabetag reichten die Kapazitäten nicht. Gottlob komme man bislang mit den Lebensmitteln noch aus, ist das Tafel-Team dankbar für die ausreichenden Spenden, denn Waren zukaufen, dürfe der Verein selber nicht.

Flüchtlinge strömen zur Tafel

Mit der nicht zuletzt durch die Flüchtlingszuweisungen bedingte steigende Anzahl der Bedürftigen in unserer Stadt, erhöht sich auch der Bedarf, die Angebote der Tafel zu nutzen. „Um diesem Bedarf ein wenig entgegen zu kommen, haben wir beschlossen, zusätzlich dienstags und freitags von 17 bis 18 Uhr gepackte Tüten gegen einen Euro an Bedürftige abzugeben, die keinen gültigen Einkaufsausweis besitzen“, berichtet Herbert Rentmeister. Gegen Vorlage des Dorsten-Passes werden die Tüten am Garagentor des Dorstener Ladens einmal in der Woche ausgegeben, entweder dienstags oder freitags. Auch die allein lebenden Flüchtlinge mit Einkaufsausweisen sollten zur Entzerrung des Familienverkaufs dieses Angebot nutzen, empfiehlt Rentmeister.

Mit etwas Obst, Gemüse, Brot, Milchprodukten, Süßigkeiten und nach Möglichkeit Geflügelwurst sind die Tüten so gepackt, dass auch Muslime die Lebensmittel essen dürfen. Das Tafel-Team hofft, mit diesen neuen Beschlüssen den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Herbert Rentmeister: „Ende Juni werden wir sehen, ob unser neues System tragfähig ist und den Bedürfnissen unserer Kunden und Mitarbeiter entspricht.“

Wegen Renovierung des Ladens in der ersten Februarwoche findet am 9. und am 12. Februar kein Verkauf statt. Der Verkauf startet dann wieder am 16. und 19.2., gleichzeitig mit der neu beschlossenen Tütenausgabe. Für das Tütenpacken und -ausgeben werden noch Mitarbeiter gesucht, die dienstags und/oder freitags in der Zeit von 15.30 bis 18.15 Uhr mitwirken können. Auch Englisch sprechende Flüchtlinge sind als Helfer willkommen. Kontakt: Dorstener Laden, Dimker Allee 20, 46286 Dorsten, Tel. (02369) 20 36 23, Hedwig Schnatmann, Tel. (02369) 44 52, E-Mail-Adresse: Dorstener-tafel@t-online.de

Lesen Sie jetzt