Dorstens Bürgermeister aus dem Risikogebiet in den Urlaub

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Dorsten gehört zum Kreis Recklinghausen und ist seit Samstag Corona-Risikogebiet. Bürgermeister Tobias Stockhoff hat trotzdem seinen Herbsturlaub angetreten, aber Vorkehrungen getroffen.

Dorsten

, 12.10.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die letzte Urlaubsreise liegt lange zurück. Vor ziemlich genau einem Jahr war Tobias Stockhoff sechs Tage auf Norderney. Ostern hatte er ein paar Tage frei, über Pfingsten auch. Was man so „frei“ nennt als Bürgermeister.

Am Wochenende nun ist Dorstens Bürgermeister mit seiner Freundin zu einem lange geplanten Wanderurlaub aufgebrochen. Davon hat ihn auch die jüngste Entwicklung der Corona-Pandemie im Kreis Recklinghausen nicht abbringen können. „Es ist der einzig mögliche Urlaubszeitraum für mich“, erklärt er. Anfang November ist die konstituierende Ratssitzung, anschließend geht es Schlag auf Schlag weiter mit den politischen Terminen bis zur Weihnachtspause.

Der Bürgermeister hat Vorsorge getroffen für die Zeit seiner Abwesenheit, auch oder gerade wegen der Corona-Pandemie. „Wir haben bereits in der vergangenen Woche mögliche Dorstener Maßnahmen vorbesprochen, sodass wir für eine eventuelle Verschärfung in Dorsten gut aufgestellt sind.“

Genau das ist mit der „Warnstufe Rot“ für den Kreis Recklinghausen nun passiert. Stockhoff wird seit Montag von den Beigeordneten (Nina Laubenthal bzw. Holger Lohse) und Kämmerer Hubert Große-Ruiken vertreten. „Mein Handy habe ich so eingerichtet, dass in dieser Zeit bei Notfällen Anrufe von bestimmten Telefonnummern durchgestellt werden“, sagt der Bürgermeister. „Außerdem erhalte ich jeden Tag die Lageentwicklung aus Dorsten und dem Kreis Recklinghausen.“

Vor einer Trauung zum Corona-Test

Auch persönlich hat der Bürgermeister vorgesorgt. Das hat allerdings nur bedingt mit seinem Urlaub zu tun. Tobias Stockhoff hatte am Samstag als ehrenamtlicher Standesbeamter noch eine Trauung mit 25 Personen im Alten Rathaus. Wegen einer leichten Erkältung hat er auf Empfehlung seines Arztes noch schnell einen Corona-Schnelltest gemacht.

„Das war ganz unkompliziert möglich“, sagt der Bürgermeister. Ein Blick auf die Liste der Kassenärztlichen Vereinigung, und schon wusste er, wo ihm geholfen wird. „Den Tipp habe ich am Samstag auch noch einigen Bürgern gegeben.“

Der Corona-Test beim Bürgermeister war übrigens negativ. Was nicht nur für das Brautpaar, sondern auch für seinen Start in den Urlaub positiv war.

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