Drogendealer muss drei Jahre in Haft

Prozess am Landgericht Essen

Versteckte Waffen, kiloweise Rauschgift, bündelweise Geld: Vor sechs Monaten hatte eine Zivilstreife der Polizei nachts ein richtig gutes Näschen - gestoppt wurde ein Drogendealer aus Dorsten in einem Mietwagen voller illegaler Fracht. Am Montag wurde der 32-Jährige am Essener Landgericht verurteilt.

Dorsten/Essen

19.12.2016 / Lesedauer: 2 min

Die Richter der 16. Strafkammer verhängten drei Jahre Haft wegen bewaffneten Drogenhandels. Einen Großteil der Strafe soll der Dorstener laut Urteil in einer geschlossenen Entzugsklinik verbringen.

Wahnvorstellungen

Der Angeklagte hatte im Prozess sofort ein Geständnis abgelegt. Und dabei völlig schonungslos Einblicke in sein chaotisches Leben gewährt. Er sei zuletzt praktisch ständig voll gepumpt mit Drogen gewesen, berichtete der 32-Jährige: "Ich war völlig durch den Wind. Morgens habe ich Amphetamine gebraucht, um überhaupt aufstehen zu können." Wie sehr ihn die täglichen Rauschgift-Cocktails aus der Bahn geworfen haben, zeigten die Wahnvorstellungen, die den Dorstener befielen.

Der 32-Jährige bezweifelte alles, wähnte sich nach eigenen Angaben in einer Art Dauerschleife von Scherz-Szenen mit versteckter Kamera. „Ich habe häufig gedacht, wann geht jetzt die Tür auf und ‚Joko und Klaas’ kommen rein“, so der Dorstener. Ständig habe er sich verfolgt, eines Tages einmal sogar so dermaßen eingeschüchtert gefühlt, dass er drei Nächte lang mit einem Küchenmesser in der Hand geschlafen habe.

Waffen und Drogen

In der Nacht der Verkehrskontrolle war der Dorstener auf dem Weg zu einem Drogenkunden. Im Kofferraum seines gemieteten Golf stießen die Polizisten, die ihn in Gelsenkirchen gestoppt hatten auf 3,4 Kilo Amphetamine und fast 300 Ecstasy-Pillen. Außerdem hatte der Dorstener in seiner Hosentasche ein Schlagring-Messer, in der Mittelkonsole einen als Taschenlampe getarnten Elektroschocker und im Kofferraum einen Koffer mit einer geladenen Schreckschusspistole platziert. 

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