Drogenverkauf aus zukünftigem Kinderzimmer

Bewährungsstrafe

Von seiner Wohnung aus trieb er einen schwunghaften Handel mit Marihuana - doch seine schwangere Ehefrau sollte nichts davon mitbekommen. So hielt der Dorstener Handwerker die Tür zu seinem „Lager“ immer verschlossen - es war der Raum, der nach der Geburt das Kinderzimmer werden sollte.

Dorsten

, 07.09.2017, 14:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

Doch die Geschäfte flogen auf und so musste sich der junge Mann am Mittwoch vor dem Dorstener Schöffengericht verantworten. Die Polizei hatte im Juni dieses Jahres in der Wohnung eine Menge an Rauschgift gefunden. So viel, dass er gleich in Untersuchungshaft kam: 1,3 Kilogramm Marihuana, elf Gramm Kokainmischung, dazu Verpackungsmaterial und 7000 Euro Bargeld.

In Untersuchungshaft

Die Untersuchungshaft verfehlte ihre Wirkung bei dem Angeklagten nicht. „Ich werde so etwas nie wieder tun“, erklärte der Hardter unter Tränen. Er habe das Marihuana zum Teil selbst geraucht, zum Teil weiterverkauft. Das Kokaingemisch sei aber nur für seinen Junggesellenabschied bestimmt gewesen, den er nach der Hochzeit mit seinen Freunden feiern wollte. Woher er sich den Stoff besorgt habe, wollte er nicht sagen. „Keine Namen, ich habe Angst um meine Familie.“

„Unser Hochzeitsgeld“

Das sichergestellte Bargeld habe er nicht aus Drogenverkäufen erhalten. „Das war unser Hochzeitsgeld“, beteuerte der Angeklagte. Nach kurzer Unterredung mit seiner Anwältin erklärte aber, auf die Summe verzichten zu wollen. „Das ist quasi wie eine Geldstrafe“, erklärte Richterin Lisa Hinkers, bevor sie das Urteil verkündete: 18 Monate auf Bewährung gab es für den jungen Mann. Und am Ende eine Menge Umarmungen mit seiner Familie, die der Verhandlung beigewohnt hatte.

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