Ein Freibad für Dorsten? Das sind die Bedingungen

rnKommunalwahl 2020

Der Wunsch vieler Dorstener nach einem Freibad könnte in Erfüllung gehen. Drei Bürgermeisterkandidaten haben ihre Unterstützung versprochen. Aber es gibt einige Untiefen zu überwinden.

Dorsten

, 06.09.2020, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Atlantis? Für viele Dorstener auf Dauer offenbar zu teuer. Der Kanal? Dort ist das Schwimmen offiziell verboten, wird aber geduldet. Seit im Jahr 2013 eine Bürgerinitiative gescheitert ist, gibt es beinahe jeden Sommer die Diskussion um den Neubau eines Freibades. Drei Bürgermeisterkandidaten unterstützen diese Forderung - mit Einschränkungen.

Tobias Stockhoff (CDU), Mauritz Hagemann (Bündnis 90/Die Grünen) und Simon Rodriguez Garcia (Die PARTEI) sicherten bei der Talkrunde der Dorstener Zeitung kurz vor der Kommunalwahl ihre Unterstützung für den Bau eines Freibades zu, warnten aber davor, sich vorschnell Hoffnungen zu machen. In der gut 70-minütigen Sendung ging es auch noch um andere aktuelle Themen wie die Arbeit der Stadtverwaltung und die Corona-Krise.

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Live-Talk mit drei Bürgermeisterkandidaten

Bürgermeister Tobias Stockhoff (CDU) bezeichnete den jüngsten Vorschlag der SPD, ein Freibad auf dem alten Olymp-Gelände ans Atlantis anzudocken, als „nicht neu“. Es gebe seit zwei Jahren im Verwaltungsrat Überlegungen, die Brüderstraße zu verlegen und einen neuen Olymp-Sportpark näher ans Atlantis zu rücken, um ein gemeinsames Gelände zu schaffen mit größerem Außenbereich. „Wir müssen allerdings zunächst eine Klärung haben, ob und wie der Olymp an dieser Stelle überhaupt wieder aufgebaut werden kann.“

Erbbaubrecht ist mit Bedingungen verbunden

Seit dem Großbrand vor drei Jahren liegen die Geschäftsführer Herbert Thiel und Martin Göritz mit der Versicherung im Rechtsstreit. Deshalb haben sie zunächst Räume an der Kirchhellener Allee angemietet und zum Fitnessstudio umbauen lassen. „Uns gehört zwar das Gelände an der Brüderstraße“, so Stockhoff, „aber es gibt auch Erbbaurechtssituationen. Die sind mit Bedingungen verbunden und die sind nicht immer ganz so leicht aufzulösen.“

Talkrunde der Dorstener Zeitung mit Bürgermeisterkandidaten

Die Bürgermeisterkandidaten Tobias Stockhoff, Mauritz Hagemann und Simon Rodriguez-Garcia (v.l.) diskutierten bei der Talkrunde der Dorstener Zeitung u.a. den Wunsch eines neuen Freibades in Dorsten. © Ralf Pieper

Grünen-Kandidat Mauritz Hagemann hält ein ganz neues Freibad in den nächsten Jahren aus finanziellen Gründen für „nicht realistisch“. Wenn sich die Situation ändere, sollten die Bürger, die das Bad in der Folgezeit tragen müssten, in jedem Fall mit entscheiden, was für ein Bad sie wollen. „Dann muss man sehen, welche Standorte überhaupt infrage kommen.“

Das Freibad-Thema sei für viele Dorstener „mit einer gewissen Sentimentalität verbunden“, meint Simon Rodriguez-Garcia (Die PARTEI). „Und bei Entscheidungen, wo Emotionen eine Rolle spielen, kommt man schnell in die Fantasterei.“ Der gebürtige Holsterhausener kann sich indes gut vorstellen, dass es „bei der aktiven Bürgerschaft, die wie in Dorsten haben, nicht unmöglich ist, das Thema eines Tages umzusetzen“.

Trägerverein ist eine Voraussetzung

Die Situation am Kanalufer im Sommer lässt aus Sicht von Rodriguez den Schluss zu, dass „wir in Dorsten offensichtlich einen Bedarf haben, der anderweitig nicht gedeckt werden kann“. Tobias Stockhoff ist überzeugt, dass alle Parteien inzwischen die Notwendigkeit sehen, „dass wir einen größeren Freibadbereich brauchen“. Es müsse allerdings klar sein, wie neben möglichen Investitionskosten auch die laufenden Kosten getragen werden könnten.

In Nachbarstädten wie Marl und Haltern gibt es Beispiele, wie Trägervereine Freibäder mit städtischem Zuschuss unterhalten. In Dorsten funktioniert das schon bei den beiden Hallenbädern in Wulfen und Lembeck. Alle drei Bürgermeisterkandidaten sicherten auf Nachfrage ihre Unterstützung zu, wenn in Dorsten eines Tages ein Trägerverein für ein Freibad gegründet werden sollte.

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