Zechengelände

Ein Wahrzeichen von Dorsten erstrahlt bald in einem Lichtkleid

Die Vorbereitungen für die Beleuchtung des denkmalgeschützten Fördergerüsts der Zeche Fürst Leopold in Dorsten sind abgeschlossen, noch im Herbst soll das Lichtkonzept erstrahlen.

Der Sommer geht, die Tage werden kürzer, aber in Dorsten gibt es einen guten Grund, sich auf die früher einbrechende Dämmerung zu freuen – denn ein Dorstener Wahrzeichen und Denkmal wird bald in gänzlich neuem Licht erscheinen.

In den vergangenen Wochen und Monaten hatte es immer mal wieder Probeläufe gegeben, bei denen Teile des denkmalgeschützten Fördergerüstes von Fürst Leopold in unterschiedlichen Farben erstrahlte, mal in Grün, mal in Rot, mal in Blau, mal in Weiß.

Aufwändig restauriert

Jetzt sind die Vorbereitungen für die Illumination des von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur aufwändig restaurierten Fördergerüstes der ehemaligen Schachanlage abgeschlossen, sodass einer regelmäßigen Beleuchtung des historischen Förderturms ab Herbst nichts mehr im Wege steht.

„Spätestens mit Umstellung auf die Winterzeit wird es soweit sein“, kündigt Gerd Schute, Vorsitzender des Bergbauvereins Dorsten, an. Nach seinen Angaben wird das Bauwerk dann ab Beginn der Dunkelheit in weißes Licht gehüllt. Nur zu besonderen Anlässen und an besonderen Tagen, wie zum Beispiel der „Extraschicht“ (Nacht der Industriekultur), am „Geburtstag“ der Zeche Fürst Leopold oder an Silvester, soll das Denkmal mit anderen Farben zur Geltung gebracht werden.

Pläne, etwa zum Stadtgeburtstag das Dorstener Wappen oder zum Tag der Deutschen Einheit die Deutschland-Fahne auf das Gerüst projizieren zu wollen, seien zu den Akten gelegt worden. „Dazu benötigt man eine Fläche, das macht bei diesem Stahlgerüst keinen Sinn.“

Über das Lichtkonzept werden Stiftung, Stadt und Bergbauverein demnächst in endgültiger Form entscheiden, auch darüber, wie lange das nächtliche Licht jeweils an sein wird. „Wahrscheinlich nur bis 2 Uhr nachts, im Winter vielleicht auch morgens früh noch mal“, so Schute.

Förderseile per Laser

Die Programmsteuerung befindet sich in der denkmalgeschützten Maschinenhalle, kabellos geht das Signal hinüber zum Empfänger im Turm des Fördergerüstes. Eine technische Besonderheit wird die Laserbeleuchtung, mit der sich die vier Förderseile, die sich früher von den Seilscheiben des Gerüstes hinunter zur gegenüberliegenden denkmalgeschützten Maschinenhalle erstreckten, visualisieren lassen.

Die Laser-Seile sollen laut Gerd Schute künftig an den Wochenenden die Verbindung von einem Denkmal (Fördergerüst) zum anderen (Maschinenhalle) schaffen. Da das Laserlicht einen „Träger“ zum Reflektieren brauche, seien die künstlichen Seile nach seinen Worten bei Nebel oder Regen besser zu sehen als bei klarem Wetter.

Die Industriedenkmal-Stiftung hatte das Fördergerüst saniert und mit einem neuen Anstrich versehen. Die Maschinenhalle gehört ebenfalls der Stiftung und wird vom Bergbauverein betrieben.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein