Eisstockschießen in Dorsten schon im September möglich - aber anders

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Seit vielen Jahren gehört das Eisstockschießen auf dem Marktplatz zu den beliebtesten Winter-Events in Dorsten. Jetzt geht es schon im September los - aber anders.

Dorsten

, 10.09.2020, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

35 Eisbahnen hat die Agentur Interevent letztes Jahr in Deutschland gebaut. Große wie in der Wolfsburger Autostadt oder auf dem Kölner Heumarkt, aber auch kleine wie in Dorsten. Doch die Coronakrise setzt dem Unternehmen schwer zu. „Wir haben noch keinen Vertrag für den kommenden Winter unter Dach und Fach“, sagt Geschäftsführer Thomas Hein. Normalerweise passiert das im März. „Meine letzte Rechnung über 144 Euro habe ich im April geschrieben.“

Die Sorge ist groß, wie bei vielen Unternehmen aus der Veranstaltungsbranche. Hein lässt seit Wochen keine Demonstration aus, um die Politik auf die Situation aufmerksam zu machen und eine Perspektive aufgezeigt zu bekommen. Resonanz gibt es für ihn und viele seiner Kollegen kaum. „Es ist schon befremdlich, wie die Volksvertreter in Düsseldorf und Berlin mit unseren Sorgen umgehen.“

Agentur Interevent bei einer Demonstration in Düsseldorf

Regelmäßig nehmen Thomas Hein und einige seiner Mitarbeiter an Demonstrationen der Veranstaltungsbranche teil. Der Dorstener fühlt sich von der Landes- und Bundespolitik im Stich gelassen. © privat

Zwischenzeitlich hat Hein mit seinen Mitarbeitern aber auch an einem Konzept gearbeitet, um ein paar Einnahmen zu generieren und bei allen Corona-Sorgen auch ein wenig Spaß zurück nach Dorsten zu holen. „Alles ist mit dem Ordnungsamt abgestimmt“, sagt der Interevent-Chef. „Wir werden laut Corona-Schutzverordnung nun als temporärer Freizeitpark eingestuft.“

Auf dem Firmengelände der Interevent GmbH an der Wenger Höfe steht seit wenigen Tagen eine Eisbahn. 14 Meter lang ist sie, etwa zwei Meter breit und sieht auf den ersten Blick „echt“ aus. Doch sie ist nicht aus Eis, sondern aus Kunststoff. „Praktisch“ findet Thomas Hein das.

Mobile „Eis“-Bahn hat viele Vorteile

„Die Bahn verbraucht keine Energie, sieht man mal von den kleinen Leuchtdioden an der Bande ab“, sagt der Geschäftsführer. „Sie ist außerdem transportabel und schnell aufgebaut.“ Jetzt steht sie allerdings erst mal auf dem Firmenhof, Wenger Höfe 20 in Hervest, und wird dort in den nächsten Wochen bespielt, hoffen Hein und sein elfköpfiges Team.

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Täglich von 15 bis 22 Uhr können bis zu acht Personen stundenweise die Eisstöcke in Richtung Daube schleudern. „Wir stellen Hygienemittel, Stehtische und eine Bierzelt-Garnitur zur Verfügung“, berichtet Florian Klomfaß, der normalerweise die winterlichen Eisstockmasters auf dem Marktplatz organisiert und moderiert. „Toiletten für Männer und Frauen gibt es auch.“

Getränke und Verpflegung müssen die Teams allerdings mitbringen, Anmeldungen (ab 40 Euro pro Stunde) sind ab Samstag (12. September) nur auf der Homepage der Eisstockmasters (www.eisstockmasters.de) möglich. „Der erstmögliche Termin ist schon am Montag“, erklärt Florian Klomfaß.

Eisstockmasters sind lange ausgebucht

Das könnte auch ein Trost für all diejenigen sein, die im Winter in die Röhre schauen, so denn dann auf dem Marktplatz - und auf Eis - gespielt werden kann. „Wir sind seit vielen Monaten ausgebucht“, sagt Florian Klomfaß. Er hofft, dass er diesen Mannschaften keine Absage schicken muss.

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