Eltern empören sich über Räume im Petrinum

Offener Brief

Eltern von Petrinumschülern haben einen offenen Brief geschrieben. Sie zeigten sich entsetzt über den Zustand einiger Räume und forderten eine Reaktion. Die folgte prompt.

DORSTEN

, 18.09.2017, 18:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eltern empören sich über Räume im Petrinum

Das Gymnasium Petrinum in Dorsten.

Es roch unangenehm, der Teppichboden war verdreckt, Tische und Stühle „so kaputt und schmierig, dass man nur widerwillig seine Tasche und Jacke ablegen wollte“ – so schildern die Vorsitzenden der Klassenpflegschaft der Klasse 10e den Zustand des Raumes im Gymnasium, in dem sie sich zur Klassenpflegschaftssitzung am 8. September trafen. In einem offenen Brief forderten sie die „Beseitigung dieses Missstandes“.

Eltern „schockiert“

Maritta Regen und Nicole Ziegel, Vorsitzende der Klassenpflegschaft der Klasse 10e, listen in ihrer Beschwerde, die neben der Presse noch Schulleitung, Gesundheitsamt, Bürgermeister, Bezirksregierung und das NRW-Schulministerium erreichte, eine ganze Reihe von Mängeln auf, die alle Eltern schockiert hätten. Zusätzlich zum verdreckten Teppich seien an manchen Fenstern die Jalousien kaputt, sodass die Kinder in diesem Bereich im Dunkeln sitzen würden.

„Außerdem kam über die Größe des Raumes, die Tafel und den veralteten Overhead-Projektor die Frage auf, wie in so einem Raum Fach-, Medien- und Methodenkompetenzen erlernt werden sollen bzw. überhaupt gelernt werden kann“, schreiben sie. In anderen Räumen, so hätten manche Eltern berichtet, könnten sogar Tafeln nicht benutzt werden, da Gefahr bestehe, sie könnten herunterfallen. Kaputte Steckdosen seien lebensgefährlich.

Mittlerweile hat die 10e den Raum zwar mit der 10c getauscht, die weniger Schüler hat. Den Eltern der 10e-Schüler reicht diese Maßnahme allerdings nicht: „Der Zustand des Raumes der 10c ist nicht wesentlich besser [...] Es kann nicht sein, dass im Zuge der Neugründung der Sekundarschule das Geld für moderne Bildung an den Kindern bestehender Systeme vorbeifließt.“

Andere Kommunikation gewünscht

„Wichtig und richtig“ sei es, auf Missstände hinzuweisen, befanden Franz-Joachim Hollenhorst und Daniela Faude aus dem Schulleitungsteam. Man selbst habe seit Jahren „den Finger in die Wunde“ gelegt und die Stadt als Schulträger auf den Teppich hingewiesen. Der liege seit dem Umzug an diesen Standort, also seit 35 Jahren, dort. Dennoch hätte man sich einen anderen Weg der Information durch die Eltern gewünscht. „Der normale Kommunikationsweg wäre es gewesen, zuerst die Schulleitung zu informieren und nicht alle Empfänger zeitgleich.“

Bürgermeister Tobias Stockhoff reagierte innerhalb eines Tages auf den Brief der Eltern. „Leider ist es in der Tat so, dass in den letzten 40 Jahren viel zu wenig in städtische Gebäude – auch z. B. in unser Rathaus – investiert wurde. Die Quittung dafür bekommen leider nicht die Verursacher von damals, sondern die Menschen, die heute als Schüler, Lehrer oder Mitarbeiter in den Gebäuden lernen, lehren oder arbeiten“, schreibt Stockhoff und stellt in Aussicht, dass das Gymnasium von Fördermitteln von Bund und Land profitieren werde.

„Zwar werden nicht direkt Fördermittel für das Petrinum verwendet, allerdings können wir durch Fördermittel, die an anderen Schulen verbaut werden, um Sanierungsstau aufzulösen, mehr von unseren allgemeinen Haushaltsmitteln für die Instandhaltung und Sanierung von Gebäuden an den Schulen verwenden, die sonst noch später auf der Agenda gestanden hätten.“

Begehung am Montag

Am Montag fand zudem eine Begehung des Petrinums mit diversen Ämtern statt. „Dabei galt es, hygienische Mängel zu betrachten, Funktionsprüfungen an Fenstern und Türen durchzuführen sowie elektrische Anlagen zu prüfen.“ Danach würden solche Mängel sofort behoben, die eine unmittelbare Gefahr darstellen könnten, hieß es in einer Stellungnahme.

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