Eltern, Schüler und Lehrer besorgt wegen maskenfreien Unterrichts

rnCorona-Regeln

Ab Dienstag müssen Schüler keine Masken mehr im Unterricht tragen. Die Reaktionen schwanken zwischen Erleichterung und Verunsicherung. Das denken Eltern, Lehrer, Schüler und der Kreis.

Dorsten

, 29.08.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet machte es am Donnerstag offiziell: Die Maskenpflicht im Unterricht wird ab kommender Woche Geschichte sein.

Warten auf konkrete Anweisungen

Kreissprecher Jochem Manz hofft bis zum Einsetzen der Maßnahmen auf konkrete Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts und des Landesgesundheitsamtes. „Vom Grundsatz her müsste ein Coronafall an einer weiterführenden Schule so behandelt werden wie an einer Grundschule“, vermutet Manz. Das könnte aber zu schwierigen Situationen führen, glaubt er. Denn im Gegensatz zu Grundschülern würden ältere Schüler oft in Kurssystemen unterrichtet und nicht bloß in Klassen.

Schwieriger, Kontaktpersonen zu identifizieren

Für die Gesundheitsämter wäre es demnach schwieriger, alle Kontaktpersonen zu identifizieren. Bisher, so geschehen an der Neuen Schule Dorsten, würden die direkten Sitznachbarn des erkrankten Kindes in Quarantäne geschickt. Ohne die Maskenpflicht müssten vermutlich weitere Schüler in Quarantäne.

Schulleiterin Susanne Bender und ihre Kollegen an der Neuen Schule sehen die Abschaffung der Maskenpflicht im Unterricht gespalten. Momentan sind dort acht Kinder wegen eines erkrankten Schülers in Quarantäne. Nur, muss man sagen. Und: dank der Maskenpflicht. Wenngleich es noch keine konkreten Vorgaben des Schulministeriums gebe, sei doch anzunehmen, dass ohne die Pflicht im Falle das Falles ganze Klassen in Quarantäne müssten.

Schüler wollen weiterhin die Maske tragen

Paul Kahla, Schülersprecher am Gymnasium Petrinum, bezeichnet das Vorgehen als „mäßig sinnvoll“. „Wir sitzen eng beieinander. Logistisch ist es gar nicht umsetzbar, die Tische weit genug auseinanderzustellen“, beschreibt er die Situation im Klassenraum.

Paul Kahla, Schülersprecher am Gymnasium Petrinum, bezeichnet das Vorgehen als „mäßig sinnvoll“

Paul Kahla, Schülersprecher am Gymnasium Petrinum, bezeichnet das Vorgehen als „mäßig sinnvoll“ © Paul Kahla

Von einigen Schulkameraden hat er gehört, dass sie weiterhin die Maske tragen wollen. Auch Susanne Bender kann sich vorstellen, dass an ihrer Schule trotzdem weiterhin die Maske dazugehören wird.

Nach Rücksprache mit dem Elternpflegschaftsvorsitzenden der Neuen Schule berichtet Susanne Bender, dass die Eltern zwar auf der einen Seite erleichtert seien. „Die Maske zu tragen, war sehr anstrengend für die Schüler.“ Auf der anderen Seite fragten sich Eltern und Schüler, ob die Sicherheit weiterhin gewährleistet sein kann.

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