Entscheidung über Standort der Agathaschule vertagt

"Noch Beratungsbedarf"

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Am Mittwoch (13.9.) wird der Dorstener Stadtrat auf Schloss Lembeck endgültig entscheiden, an welchem Standort es mit der Agatha-Grundschule weitergehen wird.

Dorsten

, 11.09.2017, 22:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Entscheidung über Standort der Agathaschule vertagt

Die Entscheidung über die Agathaschule wurde vertagt.

Wer Montagabend auf der gemeinsamen Sitzung von Schul- und Bauausschuss im Forum der Volkshochschule einen ersten Fingerzeig erwartete, der sah sich getäuscht. Die CDU stellte nämlich den Geschäftsordnungsantrag, den Punkt ohne Beschluss von der Tagesordnung abzusetzen.

"Tragfähig für die nächsten 30 Jahre"

Die Ausschüsse stimmten dem fast einstimmig zu. "Wir haben noch Beratungsbedarf", erläuterte CDU-Sprecher Bernd Schwane. "Denn das, was wir machen, muss für die nächsten 30 Jahre tragfähig sein." Tristan Zielinski (FDP) schlug in die gleiche Kerbe. Wie Schwane verwies er auf den Elternwillen: "Dazu gehört auch, wie sich der Offene Ganztagsbereich entwickelt." Er stellte den Antrag, dass die Schulverwaltung bis Mittwoch eine Entwicklungsprognose erstellen soll, wie sich die Zahl der OGS-Plätze an den Alternativ-Standorten Voßkamp und Nonnenkamp in den nächsten Jahren verändern könnten - damit die Politik dadurch weiteren zukünftigen Raumbedarf besser einschätzen kann.

Anja Rosen, Architektin vom Büro "energum", das von der Stadt mit einer Analyse für unterschiedliche Standorte beauftragt worden war, erklärte eingangs: "Das Ergebnis unserer Studie spricht unter Berücksichtigung aller Faktoren für einen Umzug der Schule entweder in die Geschwister-Scholl-Schule oder an den Standort Marler Straße."

Pädagogische Notwendigkeiten

Ersterer würde gut sieben Millionen Euro kosten, letzterer 6,5 Millionen Euro. SPD, Grüne und Linke favorisieren hingegen einen Verbleib der Schule am Voßkamp, führten dabei pädagogische Notwendigkeiten gegen die wirtschaftlichen Gründe ins Feld. Sie wünschen einen dreizügigen Neubau, sollten es steigende Schülerzahlen nötig machen, solle die Pestalozzischule auf der Hardt um einen weiteren Zug erweitert werden.

"Das würde dann aber mehr als zwölf Millionen Euro kosten, bei denen wir keine Förderung erwarten können", erklärte Bürgermeister Tobias Stockhoff. Er erklärte, dass die Stadt in einem solchen Fall womöglich die ebenso nötigen Sanierungsarbeiten an der Urbanusschule oder die Grüne Schule aus Kostengründen verschieben oder gar streichen müsste. Und Kämmerer Hubert Große-Ruiken warnte vor weiterer Schuldenmacherei.

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