Erbärmliches Leben

Dorsten Natascha Nazar (23), Studentin des Studienganges Sozialarbeit an der Uni Münster, hat bis Mitte dieses Jahres in einem Kindergarten in Ecuador gearbeitet. Mir der Organisation TravelWorks war sie in die Hauptstadt Quito gereist.

08.11.2007 / Lesedauer: 2 min

In der südamerikanischen Stadt besuchte die Dorstenerin mit anderen deutschen Mitarbeitern der Organisation das Frauengefängnis El Inca. Sie war erschüttert über die Bedingungen in der Haftanstalt. In einer 2,5 mal 2,5 m großen Zelle hausen fünf Personen. In Absprache mit dem Gefängnisdirektor wurde den Besucherinnen gestattet, sich um die Insassinnen zu kümmern. Das Gefängnis ist für 200 Personen ausgelegt. Tatsächlich sind aber 500 Frauen inhaftiert. Eine Besonderheit: Die Kinder der Insassinnen leben auch in dem Gefängnis.

Im Sommer gründete Natascha Nazar mit einigen Mitstreiterinnen den Verein "El Inca and Kids", unterstützt wird sie in Dorsten von ihrer Mutter Sabine Belke und ihrer Schwester Jennifer Pfeiffer. Ziel ist es, die ärztliche Versorgung der Gefängnisinsassinnen zu sichern und deren Kinder einen Schulbesuch zu ermöglichen.

Verkauf in Deutschland

Die Frauen in Ecuador fertigen Grußkarten und Taschen an, die in Deutschland verkauft werden. Die Herstellung sollen die Gefängnisinsassinnen selbstständig übernehmen. Im Moment sind noch zwei Frauen des Vereins in Ecuador und leisten Starthilfe. Der Erlös der in Deutschland verkauften Artikel wird über eine Organisation nach Ecuador transferiert. Dort sollen dann die Gelder auch für Stipendien der Kinder eingesetzt werden. Hauptgrund für die Inhaftierung der Frauen sind Drogendelikte und Dokumentenfälschung. Diese illegalen Aktivitäten sind für viele Frauen die letzte Möglichkeit, zu überleben oder sich ins Ausland abzusetzen. egg

Bei dem Lichterfest am 11. 11. in der Dorstener Innenstadt ist "El Inca and Kids" mit einem Informationsstand vertreten und hofft, dort Karten und Taschen verkaufen zu können. Informationen, Tel: 0177-42 81 321.

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