Ernten wie in olle Tijen

Gahlen Zur Weizenernte mit historischen landwirtschaftlichen Erntegeräten luden die "Landtechnik-Freunde des Heimatvereins Gahlen" ein.

19.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Heimatvereinsvorsitzender Gustav Ruloff stellte ein Weizenfeld zur Verfügung, auf dem Ludger Jansen, André Nuycken und Holger Hemmert zwei Erntemaschinen ganz unterschiedlicher Arbeitsweise zum Einsatz brachten. Am 22. April letzten Jahres haben die Landtechnik-Freunde einen Mähbinder von einem Landwirt im sauerländischen Drolshagen bekommen und per Anhänger nach Gahlen transportiert. Dort musste die Maschine erst vom Schmutz befreit werden. Abschmieren war ebenso erforderlich wie kleinere Reparaturen und das Befestigen von Tüchern. Am 8. Juli 2006 bestand der Mähbinder bei der Ernte von Wintergerste seine Bewährungsprobe. Am Sonntag verliefen die Erntearbeiten äußerst routiniert.

Der Mähbinder der Marke "Bautz" wurde am Sonntag von einem Schlepper gezogen und angetrieben, der selbst schon ein Museumsstück darstellt. Der Bestener Antonius Jansen hat den "Schlüter AS18" im Jahre 1966 von einem Nachbarn gekauft.

Über eine Zapfwelle trieb der Schlepper am Sonntag den Mähbinder an. Das mit dem Mähbalken abgeschnittene Getreide wurde von einer sich drehenden hölzernen Haspel so geschickt auf dem Fördertuch abgelegt, dass es von dort problemlos seitwärts zur Bindevorrichtung weiterbefördert werden konnte. Die verschnürten Garben fielen seitlich neben den Mähbinder und hätten dort eigentlich zu Hocken oder Tielen aufgesetzt werden können. Um das Getreide vor den angekündigten Gewittern zu schützen, wurde es jedoch in einen der leer stehenden Räume des Bauernhofes Ruloff gebracht. Dort wird es im ungedroschenen Zustand bis zum Schafsmarkt aufbewahrt, den der Heimatverein im Rahmen der Gahlener Kirmes am 19. August veranstaltet.

Kirchenschmuck

Mit der "Dechentreiter"-Dreschmaschine der Landtechnik-Freunde soll das Getreide vor Zuschauern auf dem Parkplatz am Törkentreck gedroschen werden. Der Rest wird bis zum Herbst aufbewahrt und unter anderem als Kirchenschmuck für die Erntedankfeier und zum Binden des Erntekranzes verwendet, den der Heimatverein auf der Wiese vor der Dorfmühle aufhängen wird. H.Sch.

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