Alarmstufe Rot rückt näher: Erste Corona-Maßnahmen beschlossen

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Offiziell wird die Corona-Warnstufe „Gelb“ im Kreis Recklinghausen wohl am Wochenende ausgerufen. Erste Maßnahmen sind beschlossen, doch es könnten schon bald weitere folgen.

Dorsten

, 09.10.2020, 14:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die gute Nachricht vorweg: Die Corona-Inzidenz in Dorsten ist nach wie vor im unkritischen Bereich. Das Kreisgesundheitsamt Recklinghausen nannte am Freitag den Wert von 18,7 (Donnerstag: 20,1). Doch im Kreis Recklinghausen werden immer mehr Corona-Infizierte gezählt, die Konsequenzen werden auch die Dorstener zu spüren bekommen.

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Während die Kreisverwaltung bereits am Donnerstag einen Inzidenzwert von 39,8 für das gesamte Kreisgebiet veröffentlichte, hinkt das Landeszentrum für Gesundheit etwas hinterher. „Wir gehen davon aus, dass der zulässige Wochenwert dort mit hoher Wahrscheinlichkeit am Wochenende überschritten wird“, sagte Kreissprecherin Svenja Küchmeister am Freitag.

Bürgermeisterrunde einigt sich auf Maßnahmen

Gemeinsam mit den zehn kreisangehörigen Städten wurden deshalb bereits Maßnahmen festgelegt, die wahrscheinlich ab Montag gelten, so denn die Bezirksregierung, das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und das Landeszentrum für Gesundheit keine Einwände haben. Das ist aber nicht zu erwarten.

  • Mund-Nasenschutz-Pflicht an weiterführenden Schulen für Lehrer und Schüler. In den nächsten zwei Wochen sind allerdings Herbstferien.
  • Mund-Nasenschutz-Pflicht für Zuschauer bei sämtlichen Sportveranstaltungen;
  • Mund-Nasenschutz-Pflicht für Erzieher in Kitas und im Offenen Ganztag;
  • kreisweite einheitliche Besucherregelungen in Kliniken, Pflege- und Altenheimen. Dazu gibt es noch keine Details.
  • Feste in öffentlichen Räumen werden auf maximal 50 Personen beschränkt. Nur Privatwohnungen sind ausgenommen.

Beim Landeszentrum für Gesundheit lag der Inzidenzwert im Kreis Recklinghausen am Freitag erst bei 30,6. Das Kreisgesundheitsamt, das die aktuelleren Zahlen hat, nannte bereits einen Wert von 44,6. Das ist nicht mehr weit entfernt von der „Alarmstufe Rot“ (50 Infizierte pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tage). Sie gilt seit Donnerstagabend beispielsweise im Kreis Unna. Dann könnten die Einschränkungen für die Bürger aller Städte nochmals verschärft werden. In den Kreisen Wesel und Borken sind die Werte derzeit noch deutlich niedriger.

Bürgermeister und Beigeordnete appellieren

Bürgermeister Tobias Stockhoff und die Erste Beigeordnete Nina Laubenthal haben sich angesichts der aktuellen Entwicklung mit einem flammenden Appell an die Bevölkerung in Dorsten gewandt. Werte wie in Gladbeck (91,3) oder Waltrop (75,0) „müssen wir in Dorsten mit aller Macht verhindern“, sagte Laubenthal, die auch Leiterin des Stabs für außergewöhnliche Ereignisse ist. Stockhoff betonte: „Wir dürfen jetzt aber auf keinen Fall nachlassen. Daher gilt auch weiterhin: Anstand zeigen, Abstand halten.“

Eine erneute personelle Aufstockung des Kommunalen Ordnungsdienstes ist zunächst nicht geplant, „aber das kann sich je nach Entwicklung des Infektionsgeschehens schnell ändern“, sagte Ordnungsamtsleiter Christoph Fortmann auf Nachfrage. Aufgabe sei es auch, private Veranstaltungen in öffentlichen Räumen zu kontrollieren.

Im Rathaus sind seit Anfang Oktober knapp 30 Meldungen für private Feiern eingegangen. „Es sind sogar Feiern mit einer Personenzahl von unter 50 angemeldet worden, die bislang nicht unter eine Anmeldepflicht fallen“, bestätigt Fortmann. Nach seinen Erfahrungen der vergangenen Wochen und Monate gehen „die allermeisten Dorstener mit den Regeln und Maßnahmen verantwortungsvoll“ um.

  • Die Stadt Dorsten weist darauf hin, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten (z.B. die Niederlande mit Ausnahme der Region Zeeland) verpflichtet sind, sich beim Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen zu melden - und nicht bei der Stadtverwaltung. Eine sichere, zuverlässige und im Zweifel rechtsfeste Rückkehrermeldung ist am einfachsten möglich über ein Online-Formular des Kreises, zu finden auf https://www.kreis-re.de/inhalte/buergerservice/gesundheit_und_ernaehrung/infektionsschutz/faq_corona-virus.asp
  • Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich zum Beispiel für 14 Tage in häusliche Isolierung begeben. Wer ein negatives Corona-Testergebnis in deutscher oder englischer Sprache vorweisen könne, sei von der Quarantäne-Pflicht befreit.
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