Erstes syrisches Schnellrestaurant in der Innenstadt von Dorsten eröffnet

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Haytham, Mohamed und Fadi Al Kehil sind vor drei Jahren aus Syrien nach Deutschland geflüchtet - jetzt haben sie sich in ihrer neuen Heimat Dorsten selbstständig gemacht.

Dorsten

, 30.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Werbung hatten sie überhaupt noch nicht gemacht - und dennoch war der Laden schon zur inoffiziellen Eröffnung am Montag proppevoll. Und so kamen Haytham (28), Mohamed (24) und Fadi (22) - zwei Brüder und ihr Cousin, alle mit dem Nachnamen Al Kehil - vor lauter Arbeit kaum dazu, viel über ihr „Kind“ namens „Mc Damascus“ zu erzählen: das erste syrische Schnellrestaurant in Dorsten, ganz oben in der Lippestraße 50.

In Dorsten gut aufgenommen

Der Name des Imbissbetriebes sagt es: Die Familie Al Kehil kommt aus der Hauptstadt von Syrien, ist von dort vor dreieinhalb Jahren nach Deutschland geflüchtet. In Dorsten wurden sie gut aufgenommen, sagen die drei Geschäftsgründer, sie wollen den Menschen hier in der Stadt deshalb etwas zurückgeben, wollen ihnen zeigen, dass sie als Kriegsflüchtlinge mit eigenen Händen etwas in der neuen Heimat erreichen wollen.

Lücke geschlossen

„Freundschaft geht durch den Magen“, wissen sie - und haben augenscheinlich auch für ihre Landsleute eine willkommene gastronomische Lücke geschlossen.

Dass sich die drei jungen Männer mit einem Imbiss selbstständig machen, hat vor allem mit Tatouz Astif zu tun. Der Chef des „O´Pazzo“ am Dorstener Marktplatz ist auch Syrer, hat Haytham und Mohamed Al Kehil nach ihrer Flucht unter seine Fittiche genommen, sie in seinem Restaurant beschäftigt. „Schon nach ein paar Wochen war unsere Küche voll mit Vokabel-Zetteln, weil sie unbedingt schnell Deutsch lernen wollten.“

Von der Pike auf gelernt

Im „O`Pazzo“ waren die Al Kehils zunächst nur für die Zubereitung der Pizzen zuständig, wurden dann auch in der regulären Küche eingesetzt. Als ihnen erstmals der Gedanke kam, sich auf eigene Füße zu stellen, sorgte Astif Tatouz dafür, dass sie für ein Jahr einen Unterpachtvertrag im Imbiss „Manolia“ in der Recklinghäuser Straße abschließen konnten, um das Gastro-Geschäft von der Pike auf zu lernen.

Shawarma als Spezialität

Im „McDamascus“ bieten sie Shawarma an (Hähnchenbrustfilet- und Kalbfleisch vom Drehspieß), „selbst mariniert“, auch Spezialitäten wie Falafel, Lahmacun oder Tabouleh-Salat seien hausgemacht. Neben der arabischen Küche gibt es gegrillte Hähnchen, auch die Schnitzel- und Wurstgerichte bestehen aus Geflügelfleisch. Dass sie auch Pizza- und Pastagerichte anbieten, ist kein Zugeständnis an hiesige Essensgewohnheiten - Nudel- und Teigfladengerichte finden sich auch in Syrien auf den Speisekarten der Imbiss-Restaurants. Und außerdem haben Haytham und Mohamed Al Kehil die italienische Küche im „O´Pazzo“ ja bestens kennengelernt.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 11 bis 22 Uhr, Sonn- und feiertage: 13 bis 22 Uhr. WhatsApp-Bestellung 0163/9803555, Tel. 023622/201130. Ab 15. August werden die Speisen von nachmittags bis abends auch geliefert.
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