„Escape Room“ ergreift die Flucht vom Zechengelände in Dorsten

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Nicht einmal drei Jahre hat sich der „Escape Room“ auf dem ehemaligen Zechengelände in Dorsten gehalten. Ende Juli ist das Abenteuer vorbei. Auch für den enttäuschten Firmengründer.

Hervest

, 07.02.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der verrückte Professor Balsinger hat in den 1950er-Jahren sein Unwesen in der alten Steigerkaue getrieben. Seine Geheimnisse durften nicht an die Öffentlichkeit gelangen, deshalb hielt er sein Labor versteckt. Gelingt es den Besuchern, die gruseligen Experimente des Professors zu stoppen?

Es war eine abenteuerliche Geschichte, die sich Tamer Örge für sein kleines Start-Up-Unternehmen ausgedacht hatte. Das Live-Erlebnis „Hammer Escape Room“ feierte im Oktober 2017 seine Premiere am Fürst-Leopold-Platz neben der Tätowier-Manufaktur.

Horror-Rätsel in 60 Minuten lösen

60 Minuten haben Gruppen bis zu zehn Personen Zeit, die Rätsel um den fiesen Arzt zu lösen. Doch zum Publikumsrenner wurde das „Kammerflimmern“ mit Skelettteilen, geheimnisvollen Klopfzeichen und schummrigem Licht offenbar nicht.

„Etwa 40 Gruppen pro Monat“, schätzt der junge Geschäftsführer (27), machten mit beim Grusel-Abenteuer. Nicht genug, um den Escape Room langfristig weiterzuführen. Tamer Örge hat zwar auch private Gründe, den auslaufenden Mietvertrag nicht zu verlängern, aber vor allem „wegen der Standortlage“ macht er im Sommer Schluss.

Damit meint Tamer Örge nicht das Zechengelände an sich („Das Industrie-Ambiente ist bombastisch“), sondern Dorsten ganz allgemein. „Die meisten Escape Rooms gibt es in großen Städten. Die haben ein anderes Einzugsgebiet und sind dann auch erfolgreich.“

Firmenstart voller Optimismus

Das klang im Herbst 2017, als Tamer Örge voller Optimismus den „Hammer Escape Room“ in Hervest eröffnete, noch anders. Bewusst hatte der junge Mann aus Dülmen seine eigene Geschäftsidee verfolgt, während die meisten anderen Betreiber von Escape Rooms Franchisenehmer sind. Bei Creativ-Quartier-Investor Jürgen Tempelmann stieß er damals auf offene Ohren.

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Von verschiedenen Abenteuer-Themen war die Rede, von Teambuilding-Maßnahmen und einer Kooperation mit einem Hotel in der Nähe. Doch knapp drei Jahre später gibt Tamer Örge auf. Auch weil sein zweites, noch größeres Gruppen-Abenteuer („Atomarer Ausbruch“) seit September letzten Jahres nicht die erhoffte Resonanz erfuhr.

Seine Kunden hat er nun angeschrieben, Gutscheine in den nächsten Monaten einzulösen. „Unsere Räume werden im August schließen, die Gutscheine verlieren dann ihre Gültigkeit.“ Der böse Professor Balsinger hat dann endgültig ausgespielt. Und Tamer Örge will sich nach einer Pause beruflich neu orientieren.

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