Ex-Bürgermeisterkandidat verlässt die SPD-Fraktion in Dorsten

rnMichael Baune

Er war Stadtverbandsvorsitzender, Bürgermeisterkandidat und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD in Dorsten. Jetzt macht Michael Baune Schluss - und nennt die Gründe.

Dorsten

, 11.12.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rein optisch war Michael Baune schon länger ein Außenseiter in der SPD-Fraktion. Nachdem er im Sommer des vergangenen Jahres und nach einem verlorenen internen Machtkampf als stellvertretender Fraktionsvorsitzender zurückgetreten war, saß er bei Ratssitzungen in der ersten Reihe der Sozialdemokraten ganz links und hielt sich aus Diskussionen heraus.

Jetzt zieht der Hervester einen Schlussstrich. Die Ratssitzung am 18. Dezember wird nach etwas mehr als fünf Jahren seine letzte sein. „Ich verlasse nicht nur die SPD-Fraktion, sondern auch den Rat“, bestätigte der 57-Jährige jetzt auf Anfrage. Seinen Platz übernimmt dem Vernehmen nach Günter Pelloth (Altstadt).

Zu wenig Zeit für die Politik

Baune, der 2014 Bürgermeister-Kandidat der SPD war und in der Stichwahl gegen Tobias Stockhoff (CDU) verlor, geht nach eigenem Bekunden vor allem aus beruflichen Gründen. „Ich kann meine politischen Aufgaben nicht so erfüllen, wie ich es eigentlich müsste“, sagt der Mann, der als Betriebsleiter beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe arbeitet.

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Beruf und politische Arbeit unter einen Hut zu bekommen, das war für Baune nach eigenen Angaben kaum mehr möglich. „Wenn man es richtig machen möchte, muss man wöchentlich 20 Stunden investieren, um sich in alle Themen einarbeiten und dann auch qualifiziert mitwirken zu können“, meint er. Deshalb gebe es im Rat ja auch wenige abhängig Beschäftigte. „Für Rentner und Selbstständige ist das zeitlich vielleicht machbar. Ansonsten ist es schwer, dem eigenen Anspruch gerecht zu werden.“

Keine Abrechnung mit der Partei

Auf eine politische Abrechnung mit seiner Partei verzichtet Baune. Er räumt ein, dass man sich „im Klima einer Fraktion wohlfühlen“ müsse, verzichtet aber wie bei seinem Rücktritt als stellvertretender Fraktionsvorsitzender auf Kritik an den Genossen. „Ich bin Sozialdemokrat durch und durch und behalte natürlich mein Parteibuch.“

Eine Rückkehr auf die politische Bühne in Dorsten schließt Michael Baune derzeit aus, aber nicht für alle Zeiten. „Man soll niemals nie sagen ...“ Dass er seit geraumer Zeit in der Klimainitiative Dorsten mitwirkt, werten einige politische Weggefährten als Hinweis, dass es ihn zu den Grünen ziehen könnte. „Das kann ich nicht bestätigen“, betont Baune.

Fürs Tierwohl engagiert

Gleichwohl hat sich der Hervester in der Vergangenheit schon mal für Themen stark gemacht, die auch von den Grünen hätten kommen können. Vor drei Jahren trat er vehement für ein Tierverbot in Zirkussen ein. Und als er noch Stadtverbandsvorsitzender war, setzte er 2015 durch, dass die SPD zu Ostern keine bunten Eier verteilt. Baune wollte dies als „Zeichen gegen Massentierhaltung“ verstanden wissen.

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