Betrug: Ex-Petrinum-Lehrer kassiert im Ruhestand 500.000 Euro als volles Gehalt

Gerichtsprozess

Ein ehemaliger Lehrer des Gymnasiums Petrinum in Dorsten hat als „Rentner“ acht Jahre lang weiter volles Gehalt kassiert - insgesamt fast eine halbe Million Euro. Nun wurde er verurteilt.

Dorsten

, 07.01.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anwalt Marc Tarrach (l) steht mit dem Angeklagten im Amtsgericht in Düsseldorf. Weil er als Rentner acht Jahre lang volles Gehalt kassiert haben soll, muss sich ein ehemaliger Lehrer wegen Betruges vor Gericht verantworten.

Anwalt Marc Tarrach (l) steht mit dem Angeklagten im Amtsgericht in Düsseldorf. Weil er als Rentner acht Jahre lang volles Gehalt kassiert haben soll, muss sich ein ehemaliger Lehrer wegen Betruges vor Gericht verantworten. © picture alliance/dpa

Jahrelang kassierte er jede Menge Gehalt vom Staat - ohne dass er dafür auch nur einen Handschlag getan hätte. Doch jetzt hat das sorgenfreie Leben für einen Ex-Lehrer des Gymnasiums Petrinum in Dorsten ein Ende: Der 67-Jährige in Gelsenkirchen lebende Mann wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Das Amtsgericht Düsseldorf sprach den Ex-Pädagogen kurz vor Weihnachten wegen Betruges schuldig.

Bei Golfturnier

Das Arbeitsverhältnis des Gymnasiallehrers war zum Jahresende 2009 nach 20-jähriger Tätigkeit mit einem Vergleich beendet worden: Der angestellte Pädagoge für Katholische Religion und Physik, zuletzt auch am Petrinum tätig, soll nebenberuflich einen Artikel über ein Golfturnier in der Schweiz verfasst haben, war aber während dieser Zeit krankgeschrieben.

Als „Rentner“ kassierte er dann acht Jahre lang volles Gehalt. Die Bezirksregierung Münster hatte nämlich wegen „eines Übertragungsfehlers in der Übermittlung der Daten“ dem Landesamt für Besoldung nicht mitgeteilt, dass das Arbeitsverhältnis aufgelöst wurde.

Volle Bezüge

Das Landesamt zahlte bis zum 31. Januar 2018 die vollen Bezüge weiter - insgesamt 492.000 Euro. Der Ex-Lehrer informierte die Behörde über das Versäumnis zu seinen Gunsten nicht. Im Gegenteil: Er stelle jahrelang Anträge auf Krankenkassen-Zuschuss und hielt den Anschein aufrecht, im Lehrerdienst zu sein.

Medienberichten zufolge hatte ihn das Land bereits auf Rückzahlung der Bezüge verklagt, das zuständige Arbeitsgericht urteilte demnach im Mai 2019, dass er einen Großteil des Geldes zurückerstatten muss.

Mit Material von dpa

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