Familie Tillmann hält der Feuerwehr Wulfen seit drei Generationen die Stange

rnFamiliengeschichte

Opa, Sohn und zwei Enkel in einem Löschzug: Familie Tillmann hat wohl Löschwasser im Blut. Seit drei Generationen unterstützt sie die Freiwillige Feuerwehr in Wulfen. Und das kam so:

Wulfen

, 06.09.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Begonnen hat die ungewöhnliche Familiengeschichte mit dem Senior, Herbert Tillmann. Der mittlerweile 79-Jährige arbeitete auf der Zeche in Wulfen und fand eigentlich erst relativ spät den Weg zur Feuerwehr. Im Februar 1976 trat er mit 36 Jahren dem Löschzug bei.

„Mein Schwager war schuld“, sagt Herbert Tillmann schmunzelnd. „Er war Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr im benachbarten Lippramsdorf. Seine Begeisterung für die Feuerwehr ist auf mich übergesprungen.“

Der Sohn begeisterte sich früher

Im Jahr 2000 schied Herbert Tillmann aus dem aktiven Dienst aus und ist seitdem Ehrenmitglied. Da war auch sein Sohn Andreas schon lange bei der Feuerwehr. Mit 17 Jahren trat er in den Löschzug Wulfen ein.

„Ich erinnere mich noch gut daran, als ich das erste Mal offiziell mit zum Übungsabend durfte. Damals waren es die große Gemeinschaft und die vielfältigen Tätigkeiten der Feuerwehr, die es besonders interessant machten“, berichtet Andreas Tillman. „Fast zeitgleich sind wir damals mit einigen Freunden in den Löschzug eingetreten, das motivierte zusätzlich.“

Viele Veränderungen erlebt

In den mittlerweile 33 Jahren aktiver Mitgliedschaft hat Andreas Tillmann an zahlreichen Aktivitäten und Lehrgängen teilgenommen, sehr viel Zeit investiert, eine Menge Veränderungen miterlebt, darunter den Umbau des Gerätehauses im Jahr 2006, drei Fahrzeuggenerationen kennengelernt und ist viele Einsätze mitgefahren.

Familie Tillmann hält der Feuerwehr Wulfen seit drei Generationen die Stange

Ein Leben für die Feuerwehr Wulfen (v.l.): Marc, Jens, Andreas und Herbert Tillmann halten die Familientradition hoch. © Guido Bludau

Doch nicht nur schöne Erinnerungen bleiben, auch gefährliche Situationen gab es. „Die Technik hat sich aber in den ganzen Jahren stark verändert, viele Sachen sind sicherer geworden“, erklärt der 50-Jährige.

Wenn jetzt bei Familie Tillmann der Melder zum nächsten Einsatz ruft, gibt es feste Abläufe. Jeder schnappt sich seinen Schlüssel, die an ihrem festen Platz liegen, es gibt einen kurzen Austausch, welches Stichwort alarmiert wurde, und dann geht es zum Gerätehaus. Denn auch die Söhne von Andreas Tillmann, Jens (20) und Marc (15) sind bei der Feuerwehr.

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„Ich bin mit der Feuerwehr aufgewachsen. Bei jeder Gelegenheit war ich mit meinem Vater oder Großvater am Gerätehaus. Für mich war es das Normalste auf der Welt. Allerdings musste ich warten, bis ich zehn Jahre alt war, um in die Jugendfeuerwehr eintreten zu dürfen“, berichtet Jens.

Der erste Einsatz war an Heiligabend

An seinen ersten Einsatz mit 16 Jahren erinnert sich der Ältere der beiden Söhne noch genau: ein Wohnungsbrand am Heiligabend 2015 in Lembeck. „Besonders aufregend war die erste Alarmfahrt zur Einsatzstelle.“ Im aktiven Dienst sei es zwar manchmal anstrengend, aber vor allem spannend, die moderne Technik einzusetzen.

Auch sein Bruder Marc ist bereits in die Fußstapfen seiner Vorfahren getreten. Er ist zwar noch in der Jugendfeuerwehr, aber sein Weg ist auch schon vorbestimmt. In einem Jahr darf er am Grundlehrgang teilnehmen und kann es kaum abwarten, in den aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr zu wechseln.

Übrigens: Neben diesen drei Generationen gibt es auch noch andere Mitglieder mit dem Familiennamen Tillmann bei den Wehrleuten in Wulfen. Seit ein paar Jahren sind Erik und Maren Tillmann aktive Mitglieder, Ole und Hannes Tillmann sind bei der Jugendfeuerwehr.

Der Löschzug Wulfen feiert am Samstag (7. September) ganztägig seinen 112. Geburtstag.
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