Nach Thüringen: FDP lässt Bürgermeister-Kandidatur in Dorsten offen

rnFDP-Stadtparteitag

Nach den Vorkommnissen in Thüringen rechnet die FDP mit Gegenwind im kommunalen Wahlkampf in Dorsten. Die Liberalen lassen offen, ob sie einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten aufstellen.

Dorsten

, 15.02.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als „eigenständige politische Partei“ will sich die FDP im Vorfeld der Kommunalwahl am 13. September in Dorsten präsentieren. „Was ist Thüringen passiert ist, hat mit unserer Politik in Dorsten nichts zu tun“, betonte der neue Vorsitzende Rüdiger Bente beim Stadtparteitag am Samstag.

Sonderparteitag entscheidet über Kandidatur

Ob ein eigener Bürgermeister-Kandidat das liberale Profil in Dorsten schärfen könnte, soll auf einem Sonderparteitag entschieden werden. „Wir werden nicht automatisch einen Kandidaten einer anderen Partei unterstützen“, stellte Bente klar. In Richtung aller demokratischer Parteien sagte er. „Es reicht nicht, zu sagen, dass man die AfD im Stadtrat nicht haben will. Man muss auch gegen deren Politik arbeiten.“

Bente (62) war zuvor zum neuen Parteivorsitzenden der FDP in Dorsten gewählt worden. Der frühere Schatzmeister wurde Nachfolger von Lutz Ludwig, der nach dem beruflich bedingten Ausscheiden von Tristan Zielinski im November den Fraktionsvorsitz im Stadtrat übernommen hat. Eine längerfristige Doppelfunktion hatte Ludwig damals bereits ausgeschlossen.

Eigene Ideen durchgesetzt

Veränderungen gab es auch auf anderen Vorstandspositionen. Neuer Schatzmeister der Liberalen ist Tim Tom Damaschke, zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Frank Würzburg und Andreas Finke gewählt. Als Beisitzer komplettieren Carsten Cerweny, Karin Patalla-Franszke, Dr. Hans-Joachim Thelen und Philip Luck den Vorstand.

Lutz Ludwig stellte heraus, dass die FDP in Dorsten keineswegs nur Kooperationspartner der CDU sei, sondern auch eigene Ideen durchgesetzt habe. „Das betriebliche Gesundheitsmanagement der Stadtverwaltung haben wir ebenso angestoßen wie die Kinder- und Gesundheitstage.“ Dass die Neue Schule ab dem kommenden Schuljahr Talentschule ist, gehe auf eine Initiative des ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Tristan Zielinski zurück. „Schön, dass es im zweiten Anlauf geklappt hat.“

Aufklärung im Jugendamt-Skandal gefordert

Deutliche Konsequenzen forderten de Liberalen bei der Aufarbeitung des Jugendamt-Skandals, der einen Schaden von etwa 250.000 Euro hinterlassen hat. Ludwig sprach von „Verbesserung in den Prozessen“ und dass sich „die handelnden Personen hinterfragen“ müssten. „Wir haben die Pflicht, ganz genau hinzuschauen, damit sich so etwas nicht wiederholt.“

Am 13. September werden nicht nur Bürgermeister und Landrat, Stadtrat und Kreistag gewählt, sondern auch die Verbandsversammlung des RVR („Ruhrparlament“). Der frühere Bürgermeisterkandidat der FDP Dorsten, Thomas Boos, kandidert erneut. Er ist in der Verbandsversammlung derzeit Fraktionsvorsitzender der FDP.
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