Fiese Tour: 32-Jähriger bestiehlt seine Bettennachbarn im Dorstener Krankenhaus

rnProzess

Kaum aus der Haft entlassen, beging ein 32-jähriger Mann aus Dorsten erneut Straftaten - er bestahl seine Bettnachbarn im Krankenhaus. Und auch sein Diebstahl am ZOB war eine miese Sache.

Dorsten

, 04.10.2019, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Diebstähle - und alle mit einem miesen Beigeschmack. Da konnte sich der 32-jährige Angeklagte im Gerichtssaal noch so sehr entschuldigen: „Die Betten-Nachbarn im Krankenhaus zu beklauen, das ist eine ganz fiese Sache“, las Strafrichterin Lisa Hinkers in ihrer Urteilsbegründung dem Dorstener die Leviten.

Freundin hatte einen Anderen

Der drogenabhängige Mann hat seit seiner Jugend eine lange kriminelle Karriere hingelegt, saß wegen diverser Delikte inzwischen mehrere Jahre im Gefängnis. Im Mai dieses Jahres wurde er nach einer längeren Haftstrafe entlassen, um keine zwei Wochen später erneut straffällig zu werden. „Meine Freundin, bei der ich wohnen wollte, hatte bereits einen Anderen, deshalb ging es bei mir drunter und drüber“, sagte er aus.

Innerhalb von zwölf Tagen brachte er sein nach der Haft enthaltenes Überbrückungsgeld in Höhe von 1200 Euro durch, „ich musste ja die Hotels bezahlen“, so der Dorstener. Unter dem Vorwand, eine Alkohol-Entziehungskur machen zu wollen, habe er sich schließlich ins Dorstener Krankenhaus einweisen lassen - um dort ein paar Tage lang eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit zu haben.

Schlüssel gestohlen

Doch der 32-Jährige benötigte Geld, um sich ein Bus-Monatsticket kaufen zu können: Der Arzt, der ihn mit der Ersatzdroge Methadon versorgte, hat in Herten seine Praxis. So fasste der Angeklagte den perfiden Plan, seine Zimmergenossen zu bestehlen, während diese in einem Untersuchungszimmer weilten: Einem Opfer entwendete er ein Netbook, dem anderen den Schlüssel zu der abgeschlossenen Schublade, aus der er 195 Euro Bargeld einsteckte.

Tage darauf der dritte Diebstahl, diesmal am Dorstener ZOB. Dort sprach der Angeklagte einen 13-jährigen Jungen an und bat ihn, dessen Handy benutzen zu dürfen. Während des Telefonats kam ihm die Idee, mit dem Smartphone zu verschwinden. Der Jugendliche verfolgte den 32-jährigen, versuchte, diesem sein Handy zu entreißen. Aus lauter Wut schmiss der Angeklagte das Smartphone, das dabei kaputt ging, auf den Boden. Augenzeugen riefen die Polizei, die den Dorstener festnahm.

15 Monate Haft

Während der Verteidiger eine milde Strafe für seinen Mandaten forderte („er braucht Unterstützung, die ihm ein Bewährungshelfer gewähren könnte“), schloss sich das Schöffengericht der Forderung des Staatsanwalts an: Der Angeklagte wird, sollte eine mögliche Berufung keinen Erfolg haben, weitere 15 Monate seines Lebens hinter Gittern verbringen dürfen.

Lesen Sie jetzt