Fine Arts zeigte wieder, was Kunst alles sein kann

Schloss Lembeck

Was ist Kunst? Wie schwierig die Frage zu beantworten ist, zeigte am Wochenende ein Rundgang über den Kunstmarkt Fine Arts auf Schloss Lembeck. Definitionen gab es viele zu hören und sehen.

Dorsten

, 26.08.2018, 13:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Schloss und die Kunst

Das Schloss und die Kunst © Ralf Pieper

Isolde Habrecht definiert: „Für mich ist Kunst eine Form der Kommunikation. Das heißt, der Künstler drückt nicht nur seine Gefühle aus, sondern will den Menschen mit seinem Werk etwas mitteilen.“ Martina Ilzenbach, selbst Hobby-Malerin und am Wochenende Besucherin des Kunstmarktes: „Kunst bedeutet für mich eine Art Selbstverwirklichung kombiniert mit Befreiung und Kritik.“

“Viele anspruchsvolle Arbeiten dabei.“

Ein Aussteller meint: „Kunst ist eine Ausdrucksform von Gedanken, Gefühlen, Emotionen - aber leider auch oft von kommerziellen Interessen, wie auch hier auf der Fine Arts deutlich wird. Aber es ist halt so: Für viele Kunstschaffende ist ihre Kunst auch Broterwerb.“ Die Dorstener Künstlerin Susanne Heupel sagt: „Die Fine Arts entwickelt sich: In diesem Jahr sind viele anspruchsvolle Arbeiten dabei, die meiner Definition von Kunst entsprechen.“ Theo Kerp macht auf die betrügerische Einfachheit der Frage aufmerksam: „Das Leben ist Kunst, das Überleben ist Kunst.“

Ein Ort der Entdeckungen und Diskussionen

Auch in diesem Jahr war der Kunstmarkt Fine Arts auf Schloss Lembeck wieder ein „Ort der Entdeckungen“ und ein „Ort der Diskussionen“. Diskussionen über Kunst, die letztlich nur bestätigen, dass die Antwort auf die Frage, was Kunst ist, wesentlich vom Betrachtungswinkel des Künstlers, des Kunstkenners, des Kunstkäufers abhängt.

Die Kunst wurde vor der Schlosskulisse präsentiert.

Die Kunst wurde vor der Schlosskulisse präsentiert. © Ralf Pieper

So will die Fine Arts dem Besucher auch gar keine Definition des Kunstbegriffes aufzwingen, sondern zeigt eine weite Bandbreite von Kunst und Kunsthandwerk. Kunst ohne TÜV-Plakette, ohne Verbraucherschutz. Die einen erfreuen sich an der extravaganten Gestaltung der Halskette, die anderen an klugen Sprüchen auf der Postkarte, wieder andere sprechen mit dem Bildhauer über die Geschichte hinter seinen Skulpturen. Was ist Kunst? Auf der Fine Arts lautet die Antwort: Kunst ist, was gefällt.

Es gab wieder viel zu sehen auf der Fine Arts.

Es gab wieder viel zu sehen auf der Fine Arts. © Ralf Pieper

Von aufsehenerregender Mode über individuelles Schmuckdesign, von filigranen Porzellanarbeiten über ungewöhnliche Gemälde bis hin zu eindrucksvollen und zum Teil auch witzigen Skulpturen aus Holz, Metall oder Stein. Wer auf der Suche nach exquisiten Geschenken oder außergewöhnlichen Hinguckern fürs eigene Heim war, wurde auf der Fine Arts mit Sicherheit fündig. „Viele Künstler sind jedes Jahr dabei“, sagt Martina Ilzenbach. „Sie bringen jedes Jahr neue Kunstwerke mit und zeigen uns, den Besuchern, so ihre Entwicklung. Das ist sehr spannend.“

Etwas tiefer in die Tasche greifen

„Auf der Fine Arts kaufen wir Unikate“, sagt das Ehepaar Hannen. „Es würde uns stören, unseren Gästen etwas zu präsentieren, was vielleicht schon jemand anderes im Regal stehen hat. Für diesen Anspruch greifen wir gern etwas tiefer in die Tasche.“

Lustige Karten gab es auch zu kaufen.

Lustige Karten gab es auch zu kaufen. © Ralf Pieper

Das Schlendern, Stöbern und Staunen vor der imposanten Kulisse des barocken Wasserschlosses war wieder ein Kurzurlaub vom Alltag – daran konnte auch der Regen am Samstag nichts ändern. Im Gegenteil: Das gab einigen Besuchern die Gelegenheit, ihre kunstvoll gestalteten Regenschirme zu zeigen.

Lesen Sie jetzt