Fingierte Rechnung: Briefkastenfirma fischt im Trüben

25.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dorsten Die Masche ist zwar nicht neu, aber sie wird nach wie vor praktiziert: Mit üblen Tricks wollen Briefkastenfirmen Gutgläubige aufs Kreuz legen und ihnen für angebliche Telefonate oder Online-Dienste Geld aus der Tasche ziehen.

Das jüngste Dorstener Opfer eines derart dreisten Versuchs war zum Glück alles andere als leichtgläubig und roch sofort den Braten: "Als ich als Hauptfirmensitz ,Belize' las, war mir endgültig alles klar." In Deutschland hat die Firma TRC Telemedia als Adresse die Döringstraße in Großenlüder angegeben, außerdem ein Postfach in Petersberg. Eine Rufnummer fehlt, dafür ist die Kontonummer lückenlos: Dorthin möchte die Telemedia nämlich 60 Euro überwiesen bekommen, die der Dorstener nach ihren Angaben für telefonische Serviceleistung zahlen soll, die er mit seinem Handy in Anspruch genommen habe.: "Zahlbar bis spätestens 8 Tage nach Rechnungserhalt!"

"Nicht nur die letzte Ziffer meiner Handynummer ist falsch, das komplette Telefonat hat es nie gegeben, wie aus meinen Unterlagen zweifelsfrei hervorgeht", ärgert sich der Rechnungsempfänger über den offensichtlichen Betrugsversuch.

Er hat sich deshalb an die Polizei und die Verbraucherzentrale gewandt. Genau die beiden richtigen Anlaufstellen, wo man bereits reichlich Erfahrungen mit ähnlichen Fällen gesammelt hat. "Durch solche fingierten Rechnungen sollte sich niemand ins Bockshorn jagen lassen, selbst wenn nach dem ersten Brief noch Mahnungen und die Androhung des Forderungs-Einzugs durch ein Inkasso-Unternehmen folgen", warnt die Polizei.

Grundsätzlich sei es möglich, die Absender wegen versuchten Betrugs anzuzeigen. Außerdem bündelt die Verbraucherzentrale (allerdings gegen eine Gebühr) solche Fälle, damit ein Anwalt alle Betroffenen gemeinsam vertreten kann. kdk

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