Firmen, Büros und Wohnhäuser: Viel Neues auf dem Zechengelände

rnFürst-Leopold-Fläche

Auf dem Zechengelände in Dorsten hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten eine Menge Spannendes getan. Hier eine Übersicht über alle neuen Betriebe und die aktuellen Baustellen.

Dorsten

, 23.04.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 4 min

„Neyses Gartenteiche“ - das war gestern. Der heutige Firmenname „Wacredo“ hingegen nimmt ausdrücklich auf die Stadt Bezug, in der die Gebrüder Marcel und Stefan Neyses nach dem Umzug vom alten Unternehmensstandort ein größeres und repräsentativeres Grundstück gefunden haben: „Wacredo“ ist nämlich nicht mehr und nicht weniger die Abkürzung für „Water Creation Dorsten“.

Mehr als 30 Jahre lang hatte das Familien-Unternehmen, das Produkte rund um das Thema „Wasser im Garten“ anbietet, in Oberhausen seinen Sitz. Inzwischen lautet die Adresse „Fürst-Leopold-Allee 107“ auf dem ehemaligen Dorstener Zechen-/Ruhrgas-Gelände.

Kunden im Münsterland im Visier

„Durch den Umzug haben wir natürlich einige Kunden aus dem zentralen Ruhrgebiet verloren“, sagt Mit-Inhaber Marcel Neyses. Er ist aber mehr als optimistisch, diesen Verlust durch neue Kundschaft aus dem Münsterland wettmachen zu können. „Dort haben viel mehr Hausbesitzer große Gärten“, weiß er. Und in diesen Gärten viel Platz für Teiche, Wasserspiele und ähnliche „Wohlfühl-Oasen“.

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„Unserer Kunden unterstützen wir dabei von der Planung bis zur Umsetzung“, sagt Marcel Neyses. Derzeit entsteht auf dem Außengelände eine Musteranlage, wo die acht festen Mitarbeiter den Kunden Tipps zur technischen und planerischen Gestaltung geben können. Büros, ein Ladenverkauf und ein Versandlager runden das Angebot ab.

Viel Neues

Die Firma „Wacredo“ ist aber nicht der einzige Neuzugang des Gewerbegebiets auf den ehemaligen Zechen- und Ruhrgas-Flächen an der Halterner Straße. Wer nach längerer Zeit mal wieder die Fürst-Leopold-Allee von Ost nach West quer über das Gelände befährt, der sieht: Hier hat sich in den vergangenen Monaten eine Menge getan.

Rohbau der Firma netTrek wächst

Zu Beispiel schräg gegenüber von „Wacredo“, und zwar auf dem Eck-Grundstück zur Halterner Straße. Hier wächst im Halbrund der Rohbau der Firma „netTreck“. „Mit unserem neuen Firmengebäude werden wir eine Anlaufstelle für kreative Softwareentwicklungen und Produkte im Ruhrgebiet eröffnen“, erklären die Inhaber des Dorstener Unternehmens.

An der Ecke Fürst-Leopold-Allee/Halterner Straße baut die Dorstener Software-Entwicklungschmiede "netTrek" ein neues Firmengebäude.

An der Ecke Fürst-Leopold-Allee/Halterner Straße baut die Dorstener Software-Entwicklungschmiede „netTrek" ein neues Firmengebäude. © Michael Klein

Noch hat die Firma ihren Sitz in einem Wohnhaus auf der Hardt. Auf 500 Quadratmetern Bürofläche am künftigen Standort wird das Unternehmen, das vor allem in den Bereichen E-Learning und Digitale Transformation tätig ist und derzeit 16 Mitarbeiter beschäftigt, viel Platz zum Wachsen vorfinden.

Auf dem Areal der RAG Montan entsteht eine Lagerhalle mit Büro für Oldtimer-Stellplätze und -Verleih.

Auf dem Areal der RAG Montan entsteht eine Lagerhalle mit Büro für Oldtimer-Stellplätze und -Verleih. © Michael Klein

Auf der ganz anderen Seite des Gewerbegebiets - und zwar auf der Fläche, die die RAG Montan als Eigentümerin entwickelt hat - entsteht derzeit neben der „Mega Wash“-Anlage eine neue Gewerbehalle mit Büro im Obergeschoss.

Im Frühsommer bezugsfertig

Bauherren sind Klaus und Andreas Köhne. Klaus Köhne - er ist einer der Mitveranstalter des Oldtimer-Classic-Festivals auf Schloss Lembeck - erklärt auf Anfrage, dass er hier mit einer Firma einziehen wird, die in der Lagerhalle Stellplätze vor allem für für Oldtimer anbietet, aber auch Oldtimer-Fahrzeuge verleiht. Im Frühsommer soll die Immobilie bezugsfertig sein.

In die Reihenhaussiedlung neben dem Seniorenzentrum Bellini sind bereits die ersten Eigentümer eingezogen. Nur zwei Reihen-Mittelhäuser sind noch frei.

In die Reihenhaussiedlung neben dem Seniorenzentrum Bellini sind bereits die ersten Eigentümer eingezogen. Nur zwei Reihen-Mittelhäuser sind noch frei. © Michael Klein

Aber nicht nur Gewerbe-, sondern auch weitere Wohnbebauung ist auf dem Zechenareal entstanden. Östlich des Seniorenzentrums „Bellini“ vermarktet das Unternehmen „Betonia-Bau“ mit Sitz in Wuppertal auf den Flächen der Tempelmann-Gruppe und damit nur einen Steinwurf weit vom Creativ-Quartier Fürst Leopold entfernt 13 nicht unterkellerte Reihenhäuser in massiver Bauweise.

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Die Wohnfläche je Haus beträgt ungefähr 120 Quadratmeter, dazu kommt eine Nutzfläche von 32 Quadratmeter für Garten, Carport und Geräteschuppen. Elf Hauseinheiten sind nach Angaben von Frank Simon (Betonia Bau) bereits verkauft und zum kleinen Teil bereits bezogen: „Zwei Reihenmittelhäuser sind noch frei.“

Auch das künftige Büro des Steuerberatungsbüros BPP macht Fortschritte.

Auch das künftige Büro des Steuerberatungsbüros BPP macht Fortschritte. © Michael Klein

Gegenüber steht schon seit Längerem der Neubau der Anwaltskanzlei „KTH & Partner“, nebenan nimmt zusehends ein weiteres Bürogebäude Gestalt an. Die Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Anwälte von BPP (Becker, Patzelt, Pollmann und Partner), die noch in einer gemieteten Villa an der Alleestraße ansässig sind, ziehen Anfang 2021 in ihr neues Domizil am Hainichenring.

Förderturm nicht mehr verhüllt

Weiter geht es in Richtung des denkmalgeschützten Fördergerüsts von Fürst Leopold, das derzeit saniert und neu gestrichen wird. Es ist inzwischen seiner Komplett-Verhüllung mit Kunststoff-Planen entledigt worden, aber immer noch eingerüstet. Der neue graue Farbanstrich ist schon deutlich zu erkennen.

Der Zechenturm ist nicht mehr verhüllt, aber immer noch eingerüstet.

Der Zechenturm ist nicht mehr verhüllt, aber immer noch eingerüstet. © Michael Klein

Linkerhand steht das bereits eröffnete „Fitness-Loft“, rechterhand an der Fürst-Leopold-Allee 80, in Nachbarschaft der schon etwas länger ansässigen Firma OFTEC-Oberflächentechnik, hat sich das Unternehmen Fellerhoff angesiedelt.

Auf einer Grundstücksfläche von 2000 Quadratmetern (wie auch bei „Wacredo“ und „netTrek“ vermarktet von der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Windor) bietet der Dienstleister für Mono-Pumpen seinen internationalen Industrie- und Gewerbe-Kunden Zubehörteile direkt ab (Liefer-)Lager an.

Seit einem Jahr residiert auch der Mono-Pumpen-Dienstleister Fellerhoff auf dem Zechengelände.

Seit einem Jahr residiert auch der Mono-Pumpen-Dienstleister Fellerhoff auf dem Zechengelände. © Michael Klein

„Außerdem bauen wir auch Pumpen um und reparieren sie“, so Inhaber Stefan Fellerhoff. Er hat das Geschäft bis zum Umzug auf das Zechengelände im vergangenen Jahr als „Garagenfirma“ betrieben: „Hier habe ich für meine acht Mitarbeiter und mit jeweils 400 Quadratmetern Büro- und Lagerfläche natürlich viel mehr Platz“, sagt der Dorstener.

Zu Wurzeln zurückgekehrt

Stefan Fellerhoff ist auf dem Zechengelände zu seinen berufliche Wurzeln zurückgekehrt. Er hat nämlich auf Fürst Leopold seine Ausbildung zum Industriemechaniker gemacht.

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Direkt daneben eine weitere Dorstener Firma, die an ihrem alten Standort aus allen Nähten geplatzt war. Bis September 2019 hatte die Storax Boden GmbH ihren Sitz in den Wenger Höfen, nun residiert sie mit ihren 20 Mitarbeitern auf 3300 Quadratmetern an der Fürst-Leopold-Allee 82.

Der Eingang zum Bürogebäude der "Storax Boden GmbH", die von den Wenger Höfen an die Fürst-Leopold-Allee 82 gezogen ist.

Der Eingang zum Bürogebäude der „Storax Boden GmbH", die von den Wenger Höfen an die Fürst-Leopold-Allee 82 gezogen ist. © Michael Klein

Das Dorstener Unternehmen hat sich auf Beschichtungssysteme aus den verschiedensten Kunstharzen für Bodenbereiche spezialisiert. Und sorgt dafür, dass Böden in Parkhäusern und Tiefgaragen, in Industrie und Handel sowie in der Lebensmittelindustrie und in Großküchen den mechanischen, chemischen und thermischen Anforderungen genügen.

Und dann ist da ja noch das weinrote Schmuckstück an der Halterner Straße 83. Das Dorstener Gastronomen-Ehepaar Nuray und Tekin Dagdelen hat hier in den vergangenen drei Jahren nach und nach das alte Gesundheitshaus der Zeche umgebaut und zwei Geschosse auf die Alt-Immobilie drauf gesetzt.

Das Schild mit dem Hotelnamen "Glück Auf" hängt am ehemaligen Gesundheitshaus der Zeche bereits an der Wand. Geöffnet werden kann es auch wegen der Coronakrise derzeit noch nicht.

Das Schild mit dem Hotelnamen „Glück Auf" hängt am ehemaligen Gesundheitshaus der Zeche bereits an der Wand. Geöffnet werden kann es auch wegen der Coronakrise derzeit noch nicht. © Michael Klein

In den nunmehr vier Geschossen entstanden mehrere voll ausgestattete möblierte Miet-Appartements auf Zeit für Monteure und Touristen, dazu Mietwohnungen, eine Penthouse-Wohnung sowie ein Dutzend Hotelzimmer.

Hotel Glück Auf schon eröffnet

Das Schild „Hotel Glück Auf“ hängt schon seit ein paar Monaten an der Hauswand - inzwischen hat das Haus schon die ersten zufriedenen Gäste beherbergt. Derzeit ist das Hotel jedoch geschlossen. „Wegen der Coronakrise haben wir unsere drei Hotel-Standorte Glück Auf, Yasemin und Cafe Deluxe zusammengelegt“, erklärt Tekin Dadelen.

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