Firmenchef muss ins Gefängnis

Schmiergeld und Schwarzarbeit

Trotz seiner Lebensbeichte muss ein Bochumer Leiharbeiter-Vermittler ins Gefängnis. Der Angeklagte hatte Schwarzarbeiter auf seinen Listen und außerdem einen ehemaligen EON-Mann aus Dorsten bestochen. Die Strafe: zweieinhalb Jahre Haft.

Dorsten/Bochum

20.09.2016, 13:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der angeklagte Unternehmer hatte bis zuletzt auf Bewährung gehofft, doch so weit wollten die Richter am Bochumer Landgericht nicht gehen. Vor allem aus Abschreckungsgründen.

"Der Schattenwirtschaft muss ein Riegel vorgeschoben werden", sagte Richter Michael Rehaag in der Urteilsbegründung. Wer in so hohem Maße Schwarzarbeiter beschäftige, dürfe keine Bewährunggstrafe mehr erhalten. Der Schaden für Finanzämter und Sozialversicherungsträger beläuft sich auf rund 1,4 Millionen Euro.

Hohe Geldstrafe für Dorstener

Der ebenfalls Angeklagte ehemalige EON-Personaldisponent aus Dorsten ist wegen Bestechlichkeit zu einer Geldstrafe von 10.800 Euro verurteilt worden. Gegen einen weiteren Angeklagten, der laut Urteil ebenfalls Schmiergeld angenommen hat, wurden neun Monate Haft auf Bewährung verhängt.

Der 47-Jährige Dorstener hatte bis zuletzt bestritten, Geld angenommen und im Gegenzug bevorzugt Mitarbeiter des Bochumer Leiharbeiter-Vermittlers auf EON-Baustellen eingesetzt zu haben. Die Richter haben ihm allerdings nicht geglaubt.

Lesen Sie jetzt