Flüchtlinge brauchen handfeste Helfer

Ehrenamt

Lampen montieren, kein Problem. Möbel aufstellen ebenfalls nicht. Und einen Transporter von A nach Z fahren, das geht auch. Dann gehören Sie zu den Dorstenern, die als ehrenamtliche Helfer den Flüchtlingsbetreuerinnen der Caritas zur Hand gehen können.

Dorsten

, 17.02.2015, 15:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Flüchtlinge brauchen handfeste Helfer

Beim Umzug in die eigene Wohnung brauchen Flüchtlinge Hilfe. Zum Beispiel beim Aufbau ihrer Möbel.

„Sich um Menschen zu kümmern, um Familien, die zu uns geflohen sind vor Krieg und Verfolgung – das bedeutet mehr, als Ihnen ein Dach über dem Kopf zu geben. Schon immer haben viele Dorstener Bürgerinnen und Bürger darum Flüchtlinge unterstützt, haben sie im Alltag auf vielfältige Weise begleitet. Diese Hilfe zu bündeln und auszuweiten halte ich für eine tolle Idee. Es wäre schön, wenn möglichst viele ehrenamtliche Helfer Zeit und Talente einsetzen für Menschen, die oft alles verloren haben. Sie würden damit auch unterstreichen, dass Dorsten eine Stadt ist, die ihre Verpflichtungen mit Herz, Menschlichkeit und Toleranz erfüllt.“ Diesen Appell richtet Bürgermeister Tobias Stockhoff an alle Dorstener.

 

Haben Sie Zeit und Talent zu verschenken? Dann helfen Sie bitte!

 

Denn mit steigenden Flüchtlingszahlen in Dorsten steigt auch der Bedarf nach alltäglichen Hilfen. Die beiden Caritas-Flüchtlingshelferinnen vom Fachdienst für Integration und Migration, Margret Imach und Stefanie Feller, würden sich jedenfalls sehr über jede helfende Hand freuen. „Uns fehlt ein Umzugsmanagement“ – damit meint Margret Imach zupackende Mitmenschen, die Fahrten übernehmen können, die in der neuen Wohnung der Flüchtlinge dazu beitragen, dass zum Beispiel ein Elektroherd angeschlossen werden kann. Denn: „Für uns ist es alltäglich, Strom zu haben, für viele Flüchtlinge ist es das nicht“, erzählt Imach aus der Praxis. So etwas wie eine Starkstromleitung und die damit verbundenen Gefahren kennen viele Neuankömmlinge nicht.

Im Dunkeln gesessen

So wechselte kürzlich eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern vom Wohnheim in eine Wohnung um. Eine hohe Hürde für die Frau, die sie allein nicht nehmen konnte. „Die Frau war tagelang ohne Strom in ihrer neuen Bleibe“, erzählt Margret Imach. Das wäre sicher vermeidbar gewesen, wenn es einen Helferkreis gäbe, der bei solchen Einsätzen spontan einspringt. „Hilfe zur Selbsthilfe“ nennen Imach und Feller das Programm, für das sie den Anstoß geben: „Über handfeste Unterstützung würden wir uns freuen.“ 

Die Agentur für Ehrenamt, An der Vehme 1, Tel. (02362) 793623 ist die erste Adresse für Helfer. Die Agentur ist montags und dienstags von 13 bis 16.30 Uhr und freitags von 10 bis 13 Uhr besetzt. Ansonsten läuft der Anrufbeantworter.

 

 

Lesen Sie jetzt