Spätestens in zwei Jahren sollen die bereits begrünten Bereiche der Hürfeldhalde entlang der B 225 (unten und rechts im Bild) für die Öffentlichkeit freigegeben werden. © Geonetzwerk Metro Ruhr
Hürfeldhalde

Freigabe für begrünte Haldenbereiche: Bergbau nennt ersten Termin

Die Freigabe der bereits begrünten und aufgeforsteten Teilbereiche der Hürfeldhalde in Dorsten könnte eher kommen als gedacht: Ein RAG-Verantwortlicher nennt einen möglichen Zeitraum.

Noch stehen zu Fuße der schon begrünten Hänge der Hürfeldhalde an der B 225 (Marler Straße) Verbotsschilder und Absperrungen: Betreten der Bergwerksanlage verboten! Doch schon bald dürfte das passieren, was sich viele Dorstener schon lange wünschen – dass nämlich die Wege zu den bereits bepflanzten Bereichen des Schütt-Bauwerks endlich offiziell freigegeben werden.

Oliver Kunz, bei der RAG Montan Immobilien für das Halden- und Bodenmanagement zuständig, verkündete auf der Stadtteilkonferenz Feldmark jetzt eine erfreuliche Nachricht: „Unser Ziel ist es, im Zeitraum 2022/2023 diesen Teil der Halde an die Öffentlichkeit zu übergeben.“

Für diesen gut 30 Hektar großen Bereich läuft derzeit der so genannte „Abschlussbetriebsplan“, der nötig ist, damit die Bezirksregierung Arnsberg diesen Bereich aus der „Bergaufsicht“ entlassen kann.

Deponie geplant

Nicht enthalten ist darin aber der weitaus größere Teil der Hürfeldhalde, wo bis Ende 2018 der Abraum der inzwischen stillgelegten Zeche Prosper-Haniel Bottrop abgeladen wurde. Der ist ausgeklammert, weil dort in einem Planfeststellungsverfahren, das nicht dem Bergrecht unterliegt, bekanntlich nach derzeitigem Stand eine „DK-1-Bauschutt-Deponie“ geplant ist.

Derzeit ist das Betreten der Hürfeldhalde noch verboten.
Derzeit ist das Betreten der Hürfeldhalde noch verboten. © Michael Klein © Michael Klein

Betreiber würde das Unternehmen „DAH1“ sein, eine Neugründung der Ruhrkohle AG und der RVR-Tochter „Abfallbeseitigungsgesellschaft Ruhr“ (AGR). Gegen diese Deponiepläne wehren sich allerdings in Dorsten Rat und Verwaltung sowie Bürger in den Statteilen Feldmark und Altendorf-Ulfkotte.

„Werden Auflagen abarbeiten“

Laut Kunz ist der Antrag der RAG Montan für den Abschluss-Betriebsplan von der Bezirksregierung Arnsberg als zuständiger Bergbauaufsichtsbehörde Ende März zugelassen worden. Auch die Träger öffentlicher Belange (wie zum Beispiel die Stadt Dorsten) seien bereits angehört worden. „Wir werden jetzt die Auflagen abarbeiten“, so Geologe Oliver Kunz. Davon hänge ab, ob der anvisierte Freigabe-Zeitraum tatsächlich eingehalten werden könne.

Dazu gehört unter anderem eine neue Oberflächenbeprobung. Zwar seien die jetzigen Bodenmaterialien bereits für „Park- und Freizeitmöglichkeiten“ eingebaut. „Doch wir wollen noch einmal sehen, dass sie mögliche Nutzungen, wie etwa für Kinderspielbereiche, nicht einschränken.“

Ausbesserungen nötig

Weitere Aufgaben seien Ausbesserungen der Erosionsrinnen in den Haldenflanken, neue Auffüllungen im Bereich der Waschberge, zudem sind teilweise neue Oberböden zur weiteren Rekultivierung nötig.

Ein paar Jahre lang fand hoch oben auf der Hürfeldhalde das Dorstival statt.
Ein paar Jahre lang fand hoch oben auf der Hürfeldhalde das Dorstival statt. © THW Dorsten © THW Dorsten

In Teilen überarbeitet werden sollen die Wege, ganz neu geplant hingegen in Abstimmung mit dem Lippeverband wird das Entwässerungssystem. Das Oberflächenwasser wird über zwei Entwässerungsgräben derzeit in zwei Becken abgeführt und per Druckrohrleitung in den Rapphoffs Mühlenbach eingespeist. „Da der Bachlauf aber umgeleitet wird, fällt diese Einleitungsstelle künftig weg“, so Kunz.

Weitere Auflagen sind die Natur und Artenschutzmaßnahmen, die nach den gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden müssten. Da könnte es noch zu „Restriktionen in der Bauausführung kommen“. Und ergänzend zum Abschlussbetriebsplan muss die RAG noch ein Programm zum Grundwassermonitoring aufstellen. „Die Grundwasseruntersuchungen dafür laufen bereits“, so Kunz.

Seit den 1980er-Jahren in Betrieb

Die Hürfeldhalde wurde in den 1980er-Jahren in Betrieb genommen, die Schüttgenehmigung mehrfach verlängert. Kurz vor der Jahrtausendwende wurden die ersten Flächen mit Bäumen und Gras bepflanzt, später fanden auf diesem Plateau mit Ausnahmegenehmigung die legendären „Dorstival“-Rockfestivals statt. Seit Ende der Bergbau-Ära im Jahr 2018 klafft auf der bis dahin genutzten Schuttfläche weiter ein Riesenloch – das die Begehrlichkeiten für eine gewerbliche Folgenutzung als Deponie geweckt hat.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein