Es wird immer schwieriger, sich im Detail zu merken, welche Corona-Regeln in Dorsten aktuell gelten. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Freunde treffen, shoppen, Sport: Was ist gerade erlaubt in Dorsten?

Die Corona-Lage ist verwirrender denn je: Es gibt Landesregeln, es gibt Kreis-Regeln und über allem schwebt schon die bundesweite Notbremse. Was darf man zurzeit in Dorsten, was nicht?

Es wird immer schwieriger, sich im Detail zu merken, welche Corona-Regeln aktuell gelten. Denn wir befinden uns quasi in einer Art Vakuum: Es gilt die Corona-Schutzverordnung des Landes, dazu sind bereits die Eckpunkte der bundesweiten Notbremse bekannt. Weil es dauert, diese umzusetzen, greifen aber viele Städte und Kreise zu schärferen Übergangsregelungen – so auch der Kreis Recklinghausen.

Es bleibt: Unsicherheit. Wir versuchen, die wichtigsten Fragen zu beantworten.

Das Wetter wird ein bisschen wärmer: Darf ich mit Nachbarn, Verwandten oder Freunden spazieren gehen?

Generell darf man mit anderen spazieren gehen. Aber: Es dürfen nicht zu viele Haushalte zusammenkommen. Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes, die seit Montag (19.4.) in Kraft ist, erlaubt wie die alte auch ein Zusammentreffen von maximal zwei Haushalten mit maximal fünf Personen. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

Das heißt: Wenn Vater und Mutter gemeinsam mit Oma und Opa und mehreren Enkeln (bis 14 Jahre) zum Kanal gehen, ist das in Ordnung, weil es sich nur um zwei Haushalte handelt. Drei Freundinnen aus verschiedenen Haushalten dürfen aber nicht gemeinsam spazieren gehen, auch wenn die Zahl der beteiligten Personen geringer ist als im ersten Beispiel.

Wie sieht es mit einem Treffen im eigenen Garten aus?

Vorerst gelten in NRW Beschränkungen nur im öffentlichen Raum. Der Garten ist Privateigentum und daher ausgenommen. Also ist es erlaubt, mit mehreren Haushalten im Garten zu grillen. Nur richtige Partys darf man nicht feiern. Die bundesweite Notbremse sieht dagegen auch Beschränkungen für Treffen auf Privatgrundstücken bzw. in Wohnungen und Häusern vor.

Alle Politiker und Experten betonen aber immer wieder, wie wichtig und sinnig es ist, sich im Privaten auch an die Regeln zu halten, die für den öffentlichen Raum gelten, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Darf ich nach 21 Uhr noch joggen, jemanden besuchen oder mit dem Hund raus?

Klare Antwort: Ja. Im Kreis Recklinghausen und damit in Dorsten gilt keine Ausgangssperre – und sie würde auch erst einmal nicht gelten, wenn die Inzidenz über 200 steigt. Der Kreis hat zwar am Donnerstag (15.4.) festgelegt, dass er Maßnahmen verschärfen wird, wenn die Inzidenz im Kreis drei Tage in Folge über 200 liegt. Von einer Ausganssperre ist aber nicht die Rede.

Anders sieht es aus, wenn die bundesweite Notbremse so kommt, wie angedacht. Dann soll es eine Ausgangsperre geben. Über die genaue Uhrzeit und die Ausnahmeregelungen wird derzeit noch diskutiert. Genaues weiß man erst, wenn das Gesetz tatsächlich vom Bundestag beschlossen ist.

Wo darf ich einfach so einkaufen? Wo muss ich mich anmelden und/oder brauche einen Test?

Generell gilt: In allen Geschäften, die während der Pandemie immer geöffnet waren, kann man weiterhin in Dorsten ohne Test und ohne Termin einkaufen. Dazu zählen vor allem die Geschäfte des täglichen oder medizinischen Bedarfs. Auch Handwerker haben normal geöffnet, genauso wie Poststellen, Banken oder Autowerkstätten. Es müssen aber die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Für alle anderen Geschäfte sind zurzeit eine Terminbuchung und ein negativer, aktueller Corona-Test nötig. Streng genommen wäre das auch schon gar nicht mehr erlaubt, da die Inzidenz zu hoch ist, doch hatte der Kreis Recklinghausen sich für die sogenannte „Notbremse light“ entschieden. Daher dürfen Geschäfte auch bei einer Inzidenz über 100 öffnen, wenn die Kunden sich vorher testen lassen.

Wie lange diese Regeln so gelten, lässt sich nicht genau sagen. Klar ist aber: Im Kreis Recklinghausen werden die Geschäfte mindestens bis einschließlich Freitag geöffnet bleiben. Denn schärfere Regeln sollen erst einen Tag, nachdem die Inzidenz drei Tage am Stück über 200 gelegen hat, gelten. Und da die Inzidenz bis Dienstag unter 200 geblieben ist, kann das frühestens am Samstag der Fall sein. Sobald die Notbremse kommt, dürfte es die Verschärfung aber geben.


Essen, trinken, ausgehen, Spaß haben: Was darf ich noch?

Gerade nicht so viel. Die Gastronomie hat immer noch geschlossen, genauso wie Discotheken, Clubs oder Imbisse. Hier ist allenfalls Essen zum Mitnehmen oder ein Lieferservice möglich. Spielhallen sind geschlossen, Fitnessstudios und Schwimmbäder auch.

Darf ich mich noch schön machen lassen beim Frisör oder im Nagelstudio?

Ja, zurzeit schon. Fürs Kosmetik- oder Nagelstudio braucht es einen negativen Test und einen Termin. Ein Frisörbesuch ist ohne Test möglich. Kommen die Verschärfungen, die der Kreis festgelegt hat, müssen aber die meisten Anbieter körpernaher Dienstleistungen wieder schließen. Mit Ausnahme medizinischer und des Frisörs.

Darf ich noch in ein Museum oder in die Bücherei?

Theoretisch ja, mit Anmeldung und negativem Test. Die Stadtbibliothek und die „Bibi am See“ sind allerdings seit dem 30. März geschlossen, Aktionen zum Welttag des Buches (23.4.) finden ausschließlich digital statt. Auch die Heimatmuseen und das Jüdische Museum Westfalen verzichten derzeit auf Publikumsverkehr, machen aber teilweise digitale Angebote.

Dürfen Kinder noch zum Turn- oder Fußballtraining?

Solange es auf Sportanlagen draußen ist, ja. Es können zurzeit zehn Kinder bis 14 Jahre ohne Test draußen trainieren oder 20 Kinder mit tagesaktuellem Schnelltest.

Ihre Autoren
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Ist fürs Journalistik-Studium vor 20 Jahren nach Dortmund gezogen und hat danach jahrelang in der Nachrichtenredaktion gearbeitet. Lebt schon lange im Dortmunder Westen und freut sich, hier und in Castrop-Rauxel auch journalistisch unterwegs zu sein.
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Natascha Jaschinski
Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker