Frühere Freunde jetzt Feinde

Hervest Es gibt Milieus, in denen Ärger und Gewalt zu Hause sind. Mit zwei einst dick befreundeten Familien aus Hervest, jetzt aber heftig miteinander verfeindeten, hatte gestern das Schöffengericht zu tun.

05.07.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Angeklagt waren ein 36-Jähriger und ein 22-Jähriger. Beiden wurde eine gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Der jüngere hatte zudem weitere Anklagepunkte gesammelt. So soll er in der Silvesternacht zwei Gymnasiasten geschlagen haben, ferner bedrohte er am 28.8.06 einen anderen Mann an der Esso-Tankstelle in der Innenstadt auf pikante Weise mit einer Schusswaffe. Denn er zielte mit der Pistole auf dessen Genitalien und sagte laut Anklageschrift zu seinem Gegenüber: «Ich schieße dir die N...platt.» Motiv: Der 22-Jährige hatte ein Auge auf die Freundin des Bedrohten geworfen.

Keine Aussage

Genug Stoff also für das Schöffengericht, den Ballast unter die Lupe zu nehmen, weil die beiden Angeklagten sich nicht offenbaren wollten. Am schwersten wog dabei der Angriff auf einen 38-jährigen Nachbarn: Den attackierten die Angeklagten am 10.10. 06 gemeinsam, als er seinen Hund Gassi führte. Am Ellerbruch steckte der 38-Jährige plötzlich unvermittelt Schläge ins Gesicht und Tritte gegen den Körper ein, bis er blutüberströmt zu Boden sank. Der 36-Jährige, der zusammen mit ihm aufgewachsen und einst befreundet war, hatte offenbar eine tiefgreifende Abneigung gegen sein Opfer entwickelt und zahlte ihm mit Gewalt eine offene Rechnung mit dessen Bruder heim.

Alibi frei Haus

Zu dieser Überzeugung gelangte jedenfalls das Gericht, wenngleich der Anwalt des 36-Jährigen mit beispielhafter Redekunst versuchte, die Aussage des Opfers auseinander zu pflücken. Als Kronzeugin diente der Verteidigung die junge Ehefrau des 36-Jährigen. Sie vermochte das Gericht indes nicht vom Wahrheitsgehalt ihres frei Haus gelieferten Alibis für den Gatten am Tatabend zu überzeugen.

Resümee des Schöffengerichtes: Der 36-Jährige wurde wegen der Körperverletzung zu einem Jahr und sechs Monaten verurteilt sowie zu gemeinnützigen Arbeitsstunden, sein 22-Jähriger Mitangeklagter zu einem Jahr wegen der Körperverletzungen und der Bedrohung. Beide Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Unerbetener Kommentar des 36-Jährigen zum Urteil: «Das ist eine Frechheit!» eng

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