Ganz langsam schleicht der Lippe Lauf

13.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Lippe ist bekannt als ein Fließgewässer der eher gemächlichen Sorte. Gaaaaanz langsam wälzt sie sich dem Rhein entgegen. Und den Mini-Matrosen von Papierschiffchen, die in Bad Lippspringe zu Wasser gelassen wurden, sollen lange weiße Bärte gewachsen sein, bevor sie endlich die Mündung bei Wesel erreichten.

Vielleicht färbt der Name ja ab. Jedenfalls ist auffällig, dass Dorstener Objekte, die sich mit dem Flußnamen schmücken, dieses überschäumende Temperament von ihrer Patronin geerbt haben. Zumindest immer dann, wenn es voran gehen soll.

Über das Lippe tor-Center und dessen Renovierungs-Fortschritte habe ich an dieser Stelle bereits ganze Romane geschrieben. Das Einzige, was bisher flott sprudelt, sind Sprüche und Ideen. Falls doch noch Taten folgen, tun sie das im Lippe-Rhythmus: Also gaaaaanz langsam!

Deshalb hätte ich auch sofort ahnen sollen, was die Glocke geschlagen hatte, als im Frühjahr 2006 an anderer Stelle "baldige Renovierungsmaßnahmen" angekündigt wurden. Im LippeLippe tal! Am Treppenaufgang zum tor!

Der doppelte Bremsfaktor tat unverzüglich seine Pflicht. Seither ist der Baustart fünfmal (!) verschoben worden. Mit unterschiedlichen Begründungen. Aus Sommer 2006 wurde ein Herbsttermin, dann musste der Winter abgewartet werden und das Baustellen-Osterei hat auch niemand gefunden. Stattdessen hieß es: Alles neu macht der Mai!, bevor uns jetzt der Herbst 2007 als Datum für den Baubeginn versprochen wird.

Früher war es üblich, dass auch Menschen nach ihren Ursprungsorten benannt wurden. Falls das auch heute noch geht - tun Sie es nicht! Nennen Sie Ihr Kind bitte nicht Lippe Meier! Das klingt nicht nur bescheuert, das hat auch Folgen für die Entwicklung Ihres Sprößlings - das wäre bestimmt das erste Kind der Welt, das erst im Rentenalter eingeschult wird. . .

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