An gefährlicher Bundesstraße in Dorsten: Geparkte Autos blockieren dauernd den Schulweg

rnVerkehrsgefahr

Dauernd parken Autofahrer den Geh- und Radweg entlang einer viel befahrenen Bundesstraße in Dorsten zu. Jetzt macht eine Anwohnerin mobil - aus Angst um ihre Enkel.

Dorsten

, 25.02.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Autofahrer, die mitten auf einem Fuß- und Radweg parken - seit Jahren beobachtet Anwohnerin Heidrun Bücker diese „unmögliche Verkehrssituation“. Schauplatz ist der Randstreifen der viel befahrenen Bundesstraße 225 (Kirchhellener Allee), ungefähr 100 Meter vor dem Ortseingangsschild an der Einfahrt zum St. Anna-Altenheim.

Neues Wohngebiet

Jetzt macht Heidrun Bücker mobil, damit dieser Missstand abgestellt wird.

„Es handelt sich nämlich um einen Schulweg“, betont sie. „Meine Enkel müssen diesen unsicheren Weg demnächst zur neuen Agathaschule laufen oder mit dem Rad fahren.“

Und nicht nur sie - ganz in der Nähe entsteht im Bereich Auf dem Beerenkamp/Schwickingsfeld derzeit ein neues Wohngebiet, in das auch Familien mit Kindern einziehen werden.

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„Ob ein sechsjähriger Schulanfänger schon genau einschätzen kann, wie er gefahrlos an den parkenden Autos vorbeikommt, ohne auf die Bundesstraße zu gelangen, bezweifle ich“, schreibt uns die besorgte Anwohnerin.

„Keinerlei Rücksicht“

Die dort parkenden Autofahrer würden jedenfalls „keine Rücksicht nehmen“, sagt die Großmutter. „Ich habe einige Fahrer angesprochen, die Antworten waren oft beleidigend.“

Obwohl der Mehrzweckstreifen der B 225 außerhalb geschlossener Ortschaft liegt, ist er ausdrücklich nur als Geh- und Radweg ausgewiesen.

Obwohl der Mehrzweckstreifen der B 225 außerhalb geschlossener Ortschaft liegt, ist er ausdrücklich nur als Geh- und Radweg ausgewiesen. © Privat

Heidrun Bücker betont, sie habe bereits Anfang 2018 die Stadt informiert. „Dort sah man keinen Handlungsbedarf. Begründung: Es sei ein Mehrzweckstreifen, daher dürften dort Autos parken.“ Ihr sei empfohlen worden, an der Einmündung Schwickingsfeld die Straßenseite der Kirchhellener Allee zu wechseln.

Aber: „Dort befindet sich keine Fußgängerampel und es wird gerast.“ Außerdem würde man dann mit dem Rad entgegen der Fahrtrichtung fahren, „was ein Strafmandat der Polizei zur Folge hat. Muss erst jemand dort verunglücken, damit endlich gehandelt wird?“, fragt sich Heidrun Bücker nun.

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Auf Anfrage erklärt Stadtpressesprecher Ludger Böhne: „Hier scheint es in der Vergangenheit Missverständnisse gegeben zu haben.“ Laut seinen Angaben ist der Mehrzweckstreifen ab Einmündung Schwickingsfeld in der Tat als Geh- und Radweg ausgewiesen: „Insofern dürfen hier keine Fahrzeuge parken.“

Früher keine Beschwerden

Das Fuß- und Radwegschild wurde dort vor 40 Jahren aufgestellt, „schon damals auf Betreiben von Anwohnern“, so Böhne. Bis Anfang 2018 hatte es keine Beschwerden über die parkenden Fahrzeuge gegeben. Als dann der Hinweis von Heidrun Bücker einging, herrschte zunächst eine „gewisse Unklarheit, weil es ungewöhnlich ist, dass ein Mehrzweckstreifen an einer Bundesstraße als Geh- und Radweg ausgewiesen ist“.

Kontrollen angekündigt

Nachdem die Situation schließlich geklärt war, wurde hier laut Stadt gelegentlich kontrolliert. „Offenbar nicht wirksam genug“, so Böhne: „Die Kontrollen werden deshalb kurzfristig wieder aufgenommen.“

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