Geld rinnt in dunkle Kanäle

Dorsten "Kaufen Sie nichts an der Haustür!" Der generelle Rat der Polizei und der Verbraucherberatung gilt nicht nur für Staubsauger, sondern erst recht für kostspielige Kanalisations-Sanierungen.

27.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Äußerste Vorsicht ist also geboten, wenn jetzt so genannte "Drücker" Hauseigentümern anbieten, besonders günstige Kanalanschluss-Untersuchungen mit der Kamera zum Schnäppchen-Preis von nur 59 Euro durchzuführen, wie dies im Bereich Beerenkamp/Miere geschehen ist. Denn die Erfahrung aus anderen Städten zeigt, dass der (über-)teure Rattenschwanz oft erst noch folgt.

Im Anschluss drängen die "Rohrleitungs-Profis" nämlich meist darauf, per Spülung den Kanal reinigen zu lassen. Das kostet dann unter Umständen 1800 Euro. Aber das ist noch nicht alles. Gern wird dann eine Komplett-Sanierung als notwendig empfohlen, die auch schon mal mehr als 30 000 Euro kosten kann.

Korrekt ist die Einstiegs-Aussage der "Drücker": Bis 2015 sind in NRW tatsächlich Dichtigkeitsprüfungen vorgeschrieben. Wer jedoch Wucherpreise vermeiden will und auf Qualitätsarbeit Wert legt, sollte unbedingt Vergleichsangebote einholen und sich bei seriösen regionalen Firmen beraten lassen. Adressen vermittelt die Stadt (siehe Info-Kasten).

Bei Haustür-Geschäften sei dagegen die Gefahr unnötiger Arbeiten zu überteuerten Preisen sehr groß, warnt Jürgen Schröder vor Neppern, die als Opfer ältere Menschen bevorzugen. Für den Juristen der Verbraucherzentrale in Düsseldorf ist auch die Bergkamener Firma Renoka ("eine Marke der Direct Home Corporation - DHC") kein unbeschriebenes Blatt. Mehrere Untersuchungen seien derzeit in der Schwebe.

Im übrigen stamme Renoka, wie ihr Leipziger Schwester-Unternehmen, gegen das die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs ermittelt, von der Firma "Aura" ab, die jahrelang mit der gleichen Masche abgezockt habe. kdk

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