Geldautomaten-Sprenger gehen ins Gefängnis

Urteil in Kleve

Drei Geldautomaten-Sprenger sind am Montag vom Landgericht Kleve verurteilt worden. Die Männer waren einen Tag vor Heiligabend 2015 in Holsterhausen geschnappt worden – bei dem Versuch, den Automaten der Sparkasse Vest in die Luft zu sprengen.

Dorsten/Kleve

04.07.2016, 18:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vor dieser Sparkassen-Filiale wurde die Männer am 23. Dezember 2015 geschnappt.

Vor dieser Sparkassen-Filiale wurde die Männer am 23. Dezember 2015 geschnappt.

Die Männer hatten im vergangenen Jahr vor allem am Niederrhein nachts etliche Geldautomaten in die Luft gejagt, aber in keinem Fall Beute gemacht. Die Sachschäden waren mit insgesamt etwa 850 000 Euro gewaltig.

Beute ist verbrannt

Unter anderem hatte die Wucht einer von ihnen ausgelösten Explosion den Vorraum einer Filiale in Trümmer gelegt. Aber an das Geld kam das Trio nie. In einem Fall verbrannten sogar mehr als 142.000 Euro. Das Vorgehen sei immer gleich gewesen: Die Angeklagten hätten die Überwachungskamera außer Gefecht gesetzt, ein Loch in den Automaten gebohrt sowie Gas und Sauerstoff eingeleitet, um die Mischung dann zu zünden. Gebäude und Einrichtungen wurden schwer beschädigt: Fenster wurden herausgesprengt, Deckenplatten zerstört und Brände verursacht.

Feuerwehr musste ausrücken

Die Feuerwehr musste mehrere Male zum Löschen ausrücken, wenn die Bande laut Anklage zwischen März und Dezember des vergangenen Jahres wieder zugeschlagen hatte. Tagsüber seien die Männer normalen Berufen nachgegangen: als Logistiker, Metallfacharbeiter und Verpacker. Das Landgericht Kleve verurteilte zwei Angeklagte zu sechs beziehungsweise fünf Jahren Haft sowie den dritten Angeklagten zu einem Jahr auf Bewährung.

Vor ihrer Festnahme in Holsterhausen waren die Ermittler der Bande nachts unbemerkt stundenlang gefolgt. Verurteilt wurden die Angeklagten gestern unter anderem wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und versuchten Bandendiebstahls.

Von dpa

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