Gemalte Schilder warnten vor einer Radarfalle

An der B 58

Da hat es aber jemand gut gemeint mit den Autofahrern: Auf der B 58 in Wulfen warnten am Mittwochabend selbst gemachte Schilder vor einer Radarfalle. Und die gab es wenige Meter weiter tatsächlich.

Wulfen

01.10.2015, 10:54 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die mobile Messanlage der Polizei war nur schwer am Straßenrand hinter Bäumen auszumachen. Der Messwagen, ein VW Transporter, war gar nicht zu sehen. Er stand zwischen einem Maisfeld und einigen Büschen gut getarnt.

Um dem fließenden Verkehr aber trotzdem eine Chance zu geben, den Blitzer rechtzeitig zu erkennen und abzubremsen stellte ein findiger Wulfen unmittelbar nach dem Aufbau des Blitzers zwischen der Einmündung zur Wienbachstraße und dem Bahnübergang zwei gemalte Hinweisschilder auf. Die warnten mit dem Wort „Blitz“ die Autofahrer in beiden Fahrtrichtungen. Die Beamten bemerkten davon übrigens nichts und warteten in ihrem Bulli auf Raser.

Polizei: Das ist nicht erlaubt

Polizeisprecherin Ramona Hörst fand die Warnung am Donnerstag überhaupt nicht lustig. "Das ist natürlich nicht erlaubt", bestätigte sie. "Auf der B 58 passieren immer wieder auch schwere Unfälle. Da ist es Aufgabe der Polizei, in diesem Bereich auch präventiv tätig zu werden."

Dr. Beatrix Real, Juristin der Stadt, relativierte das am Donnerstagnachmittag: „Vor Radarwagen zu warnen, ist nicht strafbar, auch ist es keine Ordnungswidrigkeit, wenn der Warnende nicht andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet. Hierzu gibt es ja keine Anhaltspunkte.“

Problematisch aus Sicht der Stadt ist es allerdings, dass ein Schild an einem Verkehrsschild auf einer Verkehrsfläche angebracht worden ist. „Dies wiederum ist eine Ordnungswidrigkeit.“ Die Juristin hat aber wenig Hoffnung, den „Täter“ zu ermitteln. „Daher haben Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Schilder lediglich beseitigt.“

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