Eine von 21 geretteten Ratten im Dorstener Tierheim: Die Tiere werden ärztlich untersucht und sollen zur Ruhe kommen. Irgendwann sollen sie auch an neue Besitzer vermittelt werden. © Tierheim Dorsten
Tierschutz

Gerettete Ratten erholen sich in Quarantäne – Veterinäramt ermittelt

Ein kleiner Teil der mehr als 500 Ratten, die aus einer Wohnung in Barkenberg gerettet wurden, befindet sich im Dorstener Tierheim in Quarantäne. Das Veterinäramt untersucht den Fall.

Selbst den erfahrenen Tierrettern der Organisation „Notfallratten Rhein-Ruhr“ fehlten die Worte, als sie die Wohnung in Barkenberg betraten, in der Menschen gemeinsam mit mehr als 500 Ratten lebten. Etwa 300 erwachsene Tiere und „zahllose Welpen“ habe man vorgefunden. Fast alle Weibchen seien tragend oder hätten gerade frisch geworfen.

Ein kleiner Teil der Tiere ist im Dorstener Tierheim gelandet: 21 Nager befinden sich dort in Quarantäne – ein normaler und vorgeschriebener Vorgang bei Neuaufnahmen. „Die Tiere bleiben erst mal bei uns“, sagt Marina Hinz vom Tierheim. Die Ratten werden ärztlich durchgecheckt und sollen zur Ruhe kommen. Irgendwann gehen auch sie in die Vermittlung, aber das hat noch Zeit.

Veterinäramt prüft mögliche Konsequenzen

Das Veterinäramt des Kreises Recklinghausen untersucht den Fall und prüft mögliche Konsequenzen. Denkbar sei ein Bußgeld oder ein Tierhaltungsverbot, die Spanne sei groß und die Entscheidung immer abhängig vom Einzelfall, heißt es von der Kreisverwaltung.

Laut einer Auswertung des Deutschen Tierschutzbundes sind im vergangenen Jahr bundesweit 59 Fälle von Animal Hoarding (Tierhortung) mit über 3.600 betroffenen Tieren bekannt geworden. Die Tierschutzbund geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Die am häufigsten von Animal Hoarding betroffenen Tierarten sind Hunde, gefolgt von Katzen und kleinen Heimtieren, wie zum Beispiel Ratten oder Mäuse.

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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