Gesamtschüler forschten in Tisas Leben

Multimedia-Projekt

WULFEN Die Schüler sind inzwischen selber Helden. Echte Helden der Multimedia-Projekt-Arbeit. 1,5 Gigabyte umfasst die Datenmenge, die sie über ihre ganz persönliche Heldin zusammengetragen haben. Das ist jetzt genug für ein ganzes Leben. Tisas Leben.

von Von Michael Klein

, 25.03.2010, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit über einem Jahr trifft sich die sechsköpfige Schüler-Gruppe im Informatik-Raum der Gesamtschule Wulfen. Jeden Freitag Nachmittag. Und das freiwillig. Laura, Sebastian, Benny, Julia, Jonas und Ramona. Die Zwölf- bis 14-Jährigen recherchieren, programmieren, informieren. Bis zu den Osterferien müssen sie damit fertig sein. Wird schon klappen. Denn dann geht ihre DVD nach Hattingen. In die Helden-Werkstatt. Das ist das Schulprojekt, das Mitte April Bestandteil der großen Ruhr.2010-Helden-Ausstellung in dem gewaltigen Industriedenkmal Henrichshütte sein wird.

Gewaltig ist die Fülle an Details, die das Sextett mit Hilfe von Lehrerin Sylke Wedekind und Medienpädagogin Sabine Bornemann zusammengetragen hat. Jetzt im Schluss-Spurt werten die Schüler Zeitungsausschnitte aus. Über die letzten Jahre im bewegten Leben der Tisa von der Schulenburg. Über eine Ausstellung 1984 in Oberhausen. Über die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch die damalige Bundes-Frauenministerin Angela Merkel im Jahre 1994. Über die Mahnwache auf Fürst Leopold, während derer die Künstlerin sich monatelang auf die Seite der von der Zechenschließung bedrohten Kumpels gestellt hatte.

"Ich habe mehr von der Bergleuten gelernt, als diese von mir", sagte Tisa damals. Eines von vielen Zitaten, die das Multimedia-Projekt präsentiert. Alle mit Quellen belegt, viele von den Schülerinnen selbst eingesprochen. Dazu zahllose Fotos, Zeichnungen, O-Töne, historische und gesellschaftliche Dokumente. Und 15 Videos, die die Schüler auch auf ihrer Spurensuche zu Tisas künstlerischen Hinterlassenschaften zeigen.

Da ist nichts linear, lobt Schulleiter Johannes Kratz die tolle Arbeit seiner Schüler. Da passiert alles auf unterschiedlichsten Wahrnehmungsebenen. Für die Ausstellungsbesucher eine echte Fundgrube. Wenn sie denn die Zeit mitbringen, sich auf Dorstens Heldin einzulassen. Auf gefühlt einen Tag schätzen die Schüler den Zeitbedarf, den man für die Ansicht des kompletten Multimedia-Projektes benötigt.Eröffnung am 16. April An zwei Tagen wollen die Gesamtschüler das alte Stahlwerk an der Ruhr besuchen. Zur offiziellen Einweihung der Heldenwerkstatt am 16. April und zwei Tage später mit ihren Eltern. Dann werden sie auch die sechs Informations-Stelen sehen, auf denen die Stationen von Tisa kurz und knapp präsentiert werden.

Denn auch in Häppchen-Darreichungs-Form ist das Leben und Wirken von Tisa alias Schwester Paula noch heldenhaft genug.

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